Disgenderbility

Das Filmteam disgenderbility begleitet drei Menschen mit Lernschwierigkeiten („geistigen Behinderungen”) während eines Erotikworkshopwochenendes in Trebel. Im Fokus des Dokumentarfilmes steht die Auseinandersetzung mit den tabuisierten Themen Sexualbegleitung und Sexualität von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Sexualbegleitung wird als eine Möglichkeit vorgestellt selbstbestimmt an gesellschaftlichem Leben teil zuhaben. Der Film zeigt Handlungsmöglichkeiten für Professionelle auf und sensibilisiert für das komplexe Themenfeld Sexualbegleitung und Sexualität und „Behinderung”. Neben den Interviews mit den drei Protagonisten als Experten in eigener Sache kommen Sexualbegleiterinnen, Sexualberater und Betreuer zu Wort.

Trailer: 2min52sek

Im Rahmen eines kulturwissenschaftlichen Filmseminars von Prof. Dr. Christina von Braun mit dem Thema „Das Ich und der andere“ an der Humboldt-Universität haben wir uns zusammengeschlossen, um einen Dokumentarfilm zum Thema Menschen mit Lernschwierigkeiten und Sexualität zu drehen. Da das Thema Sexualität von Menschen mit Lernschwierigkeiten* sehr umfassend ist, haben wir für unseren Film den Schwerpunkt „Sexualbegleitung/Sexualassistenz“ für Menschen mit Lernschwierigkeiten gesetzt.

Trailer: 40sek

Wir (Mirjam Mirwald, Danilo Vetter, Marius Zierold) sind drei StudentInnen von der Humboldt-Universität zu Berlin und haben uns zusammengefunden, um das Filmprojekt disgenderbility zu begründen. Im Rahmen dieses Projektes ist der einstündige Dokumentarfilm „Die Heide ruft. Sexualbegleitung für Menschen mit Beeinträchtigungen“ entstanden.

Der Film „Die Heide ruft. Sexualbegleitung für Menschen mit Beeinträchtigungen“ soll eine tabuisierte Form der Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigung verdeutlichen. Gerade in Bezug auf das Thema Sexualität werden Menschen mit Beeinträchtigung jenseits des gesellschaftlichen Postulats der Selbstbestimmung und Freiheit in besonderer Weise von Teilhabe ausgeschlossen. Durch die filmische Darstellung eines selbstbestimmten Ausbruchs aus dieser zugewiesenen Sexualisierung soll eine intensive Diskussion des Themas und ein generelles Umdenken in Bezug auf die Kategorie „Beeinträchtigung“ angeregt werden. Außerdem bietet der Film eine Einführung was Sexualbegleitung ist und was sie leisten kann.

In unserem Film haben wir einerseits „ExpertInnen in eigener Sache“ interviewt, also den „Betroffenen“ selbst eine Stimme gegeben, da nur sie selbst am besten über sich Bescheid wissen. Andererseits haben wir auch andere „ExpertInnen“ befragt, die sich theoretisch mit dem Thema auseinandergesetzt haben.

Ziel des Filmprojektes ist es, für eine diskriminierte Minderheit, Menschen mit Lernschwierig-keiten, in der Öffentlichkeit Bewusstsein und Aufmerksamkeit zu schaffen. Auch heute noch werden Menschen mit Lernschwierigkeiten ausgesondert (Schulsystem, Bildungssystem, Beruf, Arbeit). Aufgrund der Aussonderung und Abschottung werden Menschen mit Lernschwierigkeiten wie Fremde behandelt. Seit einiger Zeit gibt es vereinzelte AkteurInnen, die auf die diskriminierenden Mechanismen hinweisen und aktiv dagegen ankämpfen. Ein besonderes Feld dieses Kampfes um Teilhabe stellt für uns das tabuisierte Thema der Sexualbegleitung dar. Menschen mit Beeinträchtigungen werden durch die Mehrheitsgesellschaft in der Regel als geschlechtslos/asexuell betrachtet.

Wir möchten mit unserem Projekt sowohl eine breitere Masse für bestehende Diskriminierungen sensibilisieren, als auch Menschen mit Beeinträchtigung über ihre Rechte aufklären. Wir möchten durch die Umsetzung von Ansätzen der Disability Studies ein Sprechen über in ein Sprechen mit Menschen mit Beeinträchtigung in Gang setzen und so einen breiten gesellschaftlichen Diskurs zu Ausgrenzung- und Abgrenzungsmechanismen voranbringen und möglichst viele Menschen erreichen, die sich bisher mit der Thematik noch nicht auseinandergesetzt haben. Menschen mit Beeinträchtigung sollen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden und Menschen, die in diesem Berufsfeld tätig sind, sollen angeregt werden sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Kontakt: Mirjam Mirwald; Burgherrenstr. 3; 12101 Berlin; mirjammirwaldATdisgenderbility.de; 030/7853939; http://www.disgenderbility.de

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