Europride ’09 in Zürich. Kurzer Rückblick.

Gestern war ich in Zürich auf der Europride ’09. Der ganze Spaß began um 15 Uhr und ging quer durch Zürich. Entgegen der vielen Wolken, die noch zu Beginn über uns herzogen, kam wenige Minuten nach dem Beginn die Sonne raus. Bei strahlendem Sonnenschein, einer netten Temperatur und fetter Musik ging es dann ins Zentrum.

  • Linktipp auf der Eurpride09 für euch gesammelt: Pinkcop.ch –  „Herzlich willkommen auf der Website von PinkCop. Wir sind ein unabhängiger Verein homosexueller Polizistinnen und Polizisten und deren Freunde.“
060620091164.jpg

Nix Schicki-Micki in der Bahnhofstrasse... Europride '09!

Interessant war der Wagen von Google. Ja, ihr habt richtig gehört, Google hatte einen Wagen auf der Pride. Die Musik war nicht schlecht, nur leider etwas zu laut für die 35 Boxen die hinter dem Wagen montiert waren. Aber das kennen wir ja von Google, wenn dann, dann laut 🙂

Eigentlich wollte ich mit meiner neuen Kamera fotografieren aber bei dem Wetter habe ich sie lieber im Rucksack gelassen und mein Handy benutzt. Die Ergebnisse sind nicht schlecht, wie ich finde.

Google auf der Pride

Google auf der Pride

Mit der Zeit wurden leider auch die Wolken von der guten Stimmung angezogen, so dass es Regen und Sonne gleichzeitig gab. Das ist ein komisches Gefühl, wenn du die Sonne und Regentropfen gleichzeitig im Nacken spürst. Aber ein Naturbursche war ich noch nie. Hey, ich komme aus Berlin 🙂

  • Linktipp auf der Eurpride09 für euch gesammelt: Queer Officers Switzerland – „Wir sind der Verein für schwule Offiziere aller Grade der Schweizer Armee.
060620091166.jpg

Regen, Sonne und gute Musik - keine schlechte Mischung!

Leider blieb es nicht bei dieser schönen Mischung aus Musik, Sonne und Regentropfen. Es war auch leider kein Regenbogen auszumachen. Stattdessen kam es ganz dicke und durchweichte die Parade leider erheblich. Da konnten alle diejenigen froh sein,

  • die entweder auf einem Truck mit Dach waren (waren nämlich nicht alle),
  • die einen Regenschirm dabei hatten,
  • die sich als stolze Besitzer_in einer noch funktionierenden Regenjacken bezeichnen konnten,
  • die Schwimmhäute besitzen.
060620091170.jpg

Oh Backe... ganz schlechte Partyaussichten.

Wir hätten noch so gerne den Reden gelauscht und das Tanzbein geschwungen. Leider waren wir Ganz-Körper-Klamm und mussten den Heimweg antreten.

Ich fand die Parade ganz wundervoll. Das hat Erinnerungen an Berlin und die Queerfeministischen Tage wieder aufleben lassen. Mich wundert es eigentlich, dass ich niemenschen getroffen habe, die ich kenne. Außerdem war ich wiedereinmal überrascht, wie ich auf andere Menschen wirke. Offensichtlich sehe ich mehr wie eine Sportstudent_in aus als wie eine Gender Studies Student_in. Aber das kenne ich ja inzwischen auch schon 🙂

Stadtfest und Parade: Mari*us auf dem Europride ’09 in Zürich.

CC via flickr CSD 2006: Pinkes Winken in Hamburg Sankt Georg

CC via flickr "CSD 2006: Pinkes Winken in Hamburg Sankt Georg"

Heute geht es zum „Pride“ nach Zürich. Wie der Titel schon sagt, handelt es sich um eine Stadtfest und eine Parade gleichermaßen:

Die Parade selber wird die grösste und bunteste Gay-Parade sein, die Zürich je gesehen hat. Sie ist aber vor allem eine politische Demonstration für Akzeptanz, Toleranz und gegen Diskriminierungen Tabuisierungen oder Gewaltwaltanwendung aufgrund der sexuellen Orientierung eines Menschen. (Europride.eu)

Leider ist das Wetter noch schwer mittelmäßig. Da werde ich um eine Jeans und eine Regenjacke wohl nicht drumrum kommen. Aber auf die Klamotten soll es ja nicht ankommen, wenn man politische Arbeit mit Tanzen verbindet.

In Berlin startet heute ebenfalls das Pridefestival (und dauert knapp drei Wochen). Zum Programm schreibt die Seite zuckersüß:

Einwohnertauglich! Wer als Bürger Berlins seine Stadt nicht kennt, möge sich den Besuchern des Berlin Pride Festivals anschliessen. (CSD-Berlin e.V.)

Also hin und anschliessen. Ich wünsche euch dabei viel Spaß und einen schönen Samstag!

Ausflug: Zürich, Wasserschloss Hallwyl und Retour

01.06.2009

Yeah! Ab jetzt Minolta-Style.

So viel passiert und so viele Bilder. Aber wie immer der Reihe nach. Ich habe eine neue Kamera (Danke, Sensei!). Eine Digitalkameras älteren Modells (Minolta Dimage S414) die aber bei weitem bessere Bilder macht als mein Telefon (Das war auch für mich keine große Überraschung). Und weil das so ist, wird dieser Beitrag ein paar mehr Bilder enthalten.

Hinweis: Alle Beiträge zu meiner Uchi-Deshi Zeit bei Rosmarie Herzig Sensei (4.Dan) im Aikido Dojo Ennetbaden gibt es unter der Kategorie “uchideshi09″

*Zürich* ist eine Stadt die wirklich ganz zauberhaft zwischen den Bergen und am Zürichsee liegt. Die vielen Baustellen erinnern mich zwar ganz stark an Berlin aber das muss wohl so sein bei größeren Städten. Wir haben Lea besucht und waren dann oben auf dem Berg essen. Das Essen war super, der Kellner leider mies: „Lieber Kellner, wenn es dir denn irgendwie möglich ist, verzichte doch bitte darauf alles zu kommentieren und erspare mir deine offensichtlich sexistische Einstellung gegenüber Frauen. Danke!“ Nächsten Samstag geht es dann wieder nach Zürich zum Europride 09. Den Kellner werde ich dort aller Voraussicht nach ja nicht treffen…

Zürichsee

Das Bild ist aktuell, sieht aber aus wie aus den Sechzigern 🙂 Das ist aber vom Bildprogramm - nicht von der Kamera!

Uetliberg

Der Uetliberg ist wegen der Antenne immer zu erkennen.

*Hallwil* ist ein Dorf mit 740 Einwohner_innen was zwischen anderen kleineren Dörfern liegt. Welches Dorf kann aber schon mit einem der bedeutensten Seeschlösser der Schweiz protzen. Hallwil kann. Und zwar mit Schloss Hallwyl. Alle Uchi-Deshis die bisher hier im Aikidodojo Ennetbaden waren, haben die Burg schon besichtigt. Ist aber auch wirklich schön dort. Das ganze ist ein ein Museum und hat darüber hinaus einen hübschen Innenhof, in dem du dir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen kannst.

PICT0029.JPG

Wasserschloss Hallwyl auf einer Seite

Schloss Hallwyl

Das Schloss von der anderen Seite

Der Ausflug mit Sensei war mal wieder große Klasse. So langsam habe ich auch das Gefühl, dass sich schon einiges in der Schweiz gesehen habe. Eine ganz spezielle Schweizmusik habe ich inzwischen auch. Immer wenn wir Auto fahren hören wir die Bellamy Brothers. Das ist jetzt Uchi-Deshi Musik für mich 🙂

Vogelfrei

Mit der neuen Kamera lassen sich sogar Vögel am Himmel fotografieren!

Ein Seminar mit Shihan Frank Doran (7.Dan) in Zürich und eine schwierige Aufgabe

03.04.2009

Ein Shomen in Zürich

Also die Schweiz ist, was das Aikido betrifft, ein wirklich gutes Pflaster. Ich meine so groß ist dieses Land ja nicht mit 7,7 Millionen Einwohner_innen aber was es hier an Aikidoseminaren und an Aikidomeister_innen gibt, ist wirklich unglaublich.

Heute bin ich immerhin nach Zürich gefahren um bei einem Abendtraining mit Frank Doran Shihan (7. Dan) dabeizusein. Nach dem Seminar gestern mit Sensei Kayla Feder (6.Dan) und meiner ersten Woche als Uchi-Deshi bei Rosmarie Herzig Sensei (4.Dan) ist das eine verdammt gute Ausbeute, oder?

Hinweis: Alle Beiträge zu meiner Uchi-Deshi Zeit bei Rosmarie Herzig Sensei (4.Dan) im Aikido Dojo Ennetbaden gibt es unter der Kategorie „uchideshi09“
03.04.2009

Auf nach Zürich!

Aber von vorne. Ich bin heute um 17:38 Uhr mit dem Expresszug nach Zürich gefahren. Von Baden ist das immerhin nur 15 Minuten entfernt. Leider ist ganz expressmäßig auch die Geldbörse alle. Für eine Fahrt nach Zürich habe ich 10.20 Schweizer Franken bezahlt. Umgerechnet sind das ungefähr 7.40€. Für 15 Minuten fahrt finde ich das extrem heftig, besonders als die Fahrt in der Strassenbahn nochmals ganze 4 Schweizer Franken gekostet hat. Ok, aber die Schweiz ist eben teuer. Leider werde ich wohl nicht so viel nach Zürich oder Basel fahren können.

Das Seminar heute war nur der Auftakt zu einem ganzen Wochenende mit Frank Doran Shihan (7. Dan). Ich war allerdings nur am heutigen Abend mit dabei. Trotzdem habe ich bereits an einem Tag unglaublich viel erlebt und… ich kann ja nicht alles haben. Meine erste Prüfung war es eine Tüte von Rosmarie Sensei zu übergeben. Ok, kein Problem, Tüte gleich am Anfang übergeben und Grüße ausgerichtet. Ein zweites Präsent sollte ich von Sensei Kayla übergeben. Kurz bevor sie abfuhr gab sie mir eine Umarmung, die eben für jenen Frank Doran Shihan bestimmt war.  Die Situation war schon irgendwie komisch und irgendwie nett, weil ich die Umarmung an diesem großen Mann des Aikido weitergeben sollte. Und siehe da, alles kein Problem. Mari*us übergibt die Umarmung von Kayla Sensei an Frank Doran Shihan. Ich fühlte mich für eine Sekunde als Umarmungsbote. Es war nett 🙂

Das Seminar, dass dieser Prüfung folgte, war wirklich ganz wundervoll. Viele Aikidokas waren auf der Matte und Shihan Frank Doran ist wirklich ein witziger Typ. Seine Trainingsmethode hat unglaublich viel Platz gelassen, um eine Technik zu üben, besser zu verstehen und dann weiter zu üben. Waren wir zum Beispiel bei einer Technik, hat er sie solange korrigiert (stellenweise mit wirklich süßen und lustigen Geschichten), bis ihm so halbwegs gefallen hat, was er gesehen hat. Dann ging es zur nächsten Technik.

Ich habe heute ein paar Lektionen gelernt, die ich gerne mit euch teilen möchte. Wie ich darauf gekommen sei einmal dahingestellt.

  • es gibt unglaublich viele Aikidokas,
  • es gibt so unglaublich viele Aikidokas die so unglaublich viel besser sind als ich,
  • ich verschwende so unglaublich viel Zeit dafür über eben diese tollen Aikidokas nachzudenken, dass ich gerne meinen eigenen Weg aus den Augen verliere,
  • Aikido kann nur in der Gruppe entstehen aber wachsen muss es in mir,
  • den Geist einer Anfängerin zu haben bedeutet für mich das Gesehene wirklich exakt kopieren zu wollen,
  • Ich weiß nichts, ich hab nichts, ich bin nichts… mein Weg allerdings ist nur für mich,
  • Rosmarie Sensei ist ein tolles Vorbild.
03.04.2009

Ennetbaden links - Baden rechts - Nacht überall

Vielen Dank an dieser Stelle an alle meine Leser_innen. Es ist schön, diese Erfahrungen mit euch teilen zu können. Gute Nacht aus Ennetbaden wünscht euch Mari*!

[Uchideshi] Flüge gebucht. Aufregung groß.

Gerade eben habe ich die Flüge für meine Reise in die Schweiz gebucht. Ich werde Berlin für drei Monate verlassen und in Ennetbaden, in der nähe von Zürich, drei Monate als Uchidechi (jap. Hauschüler_in) von Sensei Rosmarie Herzig wohnen und Aikido trainieren.

Mit dieser Entscheidung will ich einigen offenen Fragen auf praktische Art begegnen. Ob ich Antworten finden werde, ist dabei aber unwichtig. Der Weg ist das Ziel. Hört sich abgelutscht an? Ist es aber nicht.

Einmal Schweiz und zurück

Einmal Schweiz und zurück