Was ne Show! Wir haben alles gegeben.

Ich hatte mehrere Gründe in die Schweiz zurückzukommen. Einer der Gründe war, dass ich gerne dem Aikidodojo Ennetbaden bei der 2. Aargauer Budo Show helfen wollte. Die fand gestern statt und war ein voller Erfolg.

Als erstes will ich den Veranstalter_innen danken, die sehr professionell, offen und freundlich waren. Am Ende haben sie selbst noch eine Vorführung gezeigt, die es in sich hatte. Ich nehme mal stark an, dass sie sich jetzt erst mal erholen müssen.

Wir waren mit unser 15minütigen Vorführung gleich nach den Taekwondo-Kids an der Reihe. Unser Fokus lag weniger auf spektakulären Showeinlagen als vielmehr einer Präsentation eines Dojos, eines Training und einer Gemeinschaft. Es waren 15 Aikido Kinder auf der Matte die in verschiedenen Übungen einen ganz großartigen Job gemacht haben. Sie haben gespielt, sind gerollt und haben Techniken gezeigt. Im Anschluss hat Rosmarie Sensei drei von ihnen mit dem Drachenstock umhergewirbelt.

Danach kamen Miklos und ich mit einer kurzen Suwari Waza (Technik auf den Knien) und Hanmi Handachi (eine steht, eine kniet) Techniksequenz. Im Anschluss gab es Ken Tai Jo (Schwert gegen Stock) mit Rosmarie Sensei und Miklos. Es folgte eine Jiyu Waza Sequenz (freie Angriffe mit einer Gegnerin) mit mir, die dann in einem Randori mit vier Angreifer_innen endete. Begleitet wurden wir von Livetrommeln. Die einzige Livemusik, die es bei dieser Gala gab.

Am Ende verbeugten wir uns vor Shomen (eine Kalligraphie von Saito Sensei) und anschließend vor dem Publikum. Und dann war es auch schon vorbei.

Ich bin froh, dass wir mit die ersten waren, weil das Publikum uns optisch nicht zwangsläufig vergleichen musste und wir den Rest der Show entspannt genießen konnten.

Die restlichen Showelemente waren wild gemischt. Es gab Thai Boxer, die gleich nach uns an der Reihe waren, eine Wushugruppe, Capoeira… und zum Schluss eben Taekwondo. In Sachen Spannungsbögen hatte ich aber mehr erwartet. Viele Vorführungen waren für meinen Geschmack zu lang und verzichteten auf einem dramaturgischen Aufbau. Die Musik war mir stellenweise viel zu episch, soundtrackmäßig oder einfach zu dick aufgetragen.

Die Taekwondokinder und die Wushukinder präsentierten sich durchgehen allein auf der Bühne und waren für mich nicht nachvollziehbar in das Gesamtkonzept eingebunden. Dabei waren diese Kinder ganz wunderbar. Ich hätte mir noch mehr von ihnen gewünscht.

Am Ende war ich ganz schön platt. So viel Kampfkunst, Kampfsport und Akrobatik am Stück zu sehen erschöpfte mich merklich. Die fehlenden Spannungsbögen und die sehr langen sich häufig wiederholenden Sequenzen waren da nicht sonderlich hilfreich.

Ich bin froh an der 2. Aargauer Budo Show mitgewirkt zu haben und finde dass wir die allerbesten waren 🙂

LG aus der Schweiz,
Mari*us