[Neue Idee] Html-Kurs reloaded

So ähnlich. Der Computerpool am Hausvogteiplatz (CC Flickr)

So ähnlich sieht der Computerpool am Hausvogteiplatz aus. Nur anders :)(CC Flickr)

Heute war es wieder soweit. Der HTML-Anfänger_innenkurs ist gestartet. In den Hauptrollen ich und die sieben Kursteilnehmer_innen.

Ich habe schon einige von diesen Kursen gegeben. Den Ersten im Uni-Streik 2003 für alle interessierten Streikaktiven. Heute haben wir 2008 und bis jetzt steht der Kurs immer wieder auf dem Plan.

Heute habe ich meine Kurspläne schon wieder über den Haufen geworfen und neu konzipiert. Die Teilnehmer_innen schreiben ihre HTML Übungen jetzt gleich auf eine extra angelegte statische Seite bei auf dem dazugeöhrigen Blog „MeLearning“ (zu dt. „Ich – Lernend“). Einzige Bedingung war, dass sie sich einen kostenfreien Account bei wordpress.com anlegen mussten.

Ich habe bis jetzt mehrere Vorteile ausmachen können:

  • Sie haben sie ihre Übungen im Internet gespeichert (keine USB-Sticks, keine Emails mit Anhängen).
  • Ihre Ergebnisse sehen von Anfang an hübsch aus (dank der Vorlagen von WordPress).
  • Ich, als Kursleiter_in, kann mir die Übungen später ansehen und kommentieren.
  • Die Übungsseiten werden mit einem Passwort geschützt (es entsteht ein geschlossener Kursraum).
  • Neben den HTML-Übungen wird gleichzeitig bloggen geübt (juchu!)

Der Nachteil an der Sache ist, dass ich jetzt das Kursmaterial noch umarbeiten muss. Mal sehen was wird. Zumindestens wird der HTML Kurs jetzt um Web2.0 Komponenten ergänzt. Ganz nach meinem Geschmack!

[Bloggen] Warum das Ganze?

Mari*us

Mari*us - Bloggen ja, StudiVZ nein

Kurz: Ein Beitrag übers Bloggen, StudiVZ und warum mensch das eine machen (Warum Bloggen?) und das andere lassen sollte (Fazit/1). Oder zumindestens das Profil für die Öffentlichkeit sperren muss. Dauer: 4min.

Vor einer Weile hatte ich noch das Gefühl, dass es das Technische ist, was die Internetuserinnen am bloggen hindert. Ich hatte auch gedacht, dass eigentlich alle bloggen können und sollten…

Wie sich nach etlichen Web 2.0 Kursen und persönlichen Gesprächen für mich herausgestellen sollte, ist es in erster Linie der Inhalt, der das Bloggen so unverständlich erscheinen lässt.

Die Kunst besteht also meiner Meinung nicht darin, das nutzerinnenfreundliche Verwaltungssystem zu bedienen, sondern seine Gedanken so zu ordnen, dass sie in ein Blogartikel passen.

Beispiel:

Ich hatte vor Kurzem die Möglichkeit einen Blick ins StudiVZ zu werfen. Hier tummeln sich allerlei Menschen, die scheinbar ohne Probleme die nutzerinnenfreundliche Verwaltungsoberfläche benutzen, ein detailliertes Profil über sich erstellen und jede Menge frei zugängliche Bilder hochladen. Diese werden dann sortiert, kommentiert und andere Nutzerinnen werden darauf verlinkt. Wer sein Profil nicht schließt, lässt einen genauen Blick ins Party- oder Urlaubsleben deutscher Studentinnen zu.

Fazit/1:

Es geht also. Das „sich-sichtbar-machen“ im Internet. Rein technisch, meine ich.

Es geht doch nicht. Das „sich-präsentieren“ im Internet. Inhaltlich, meine ich. Warum?

„Das distanzlose Teilen von privatesten Informationen hat sehr wahrscheinlich Einfluß auf die medizinische Ausbildung und Karriere.“ (Quelle: Medinfo)

Bitte liebe StudiVZ Nutzerinnen, schließt eure Profile, wenn ihr zu private Fotos online habt.

Warum das Ganze?

Die Frage „Wieso sollte man bloggen?“ wird kurz und knapp bei Mediensache besprochen. Mein Lieblingspunkt:

„Das häufige Schreiben von Artikeln verbessert den allgemeinen Schreibstil. Zwar schleichen sich teilweise viele Rechtschreib- und Kommafehler ein, wenn man viel und schnell schreibt. Aber dadurch, dass man sich ständig Gedanken darüber macht, wie man etwas ausdrückt, werden Satzbau, Schreibstil und teilweise die Grammatik verbessert.“ (Quelle: Mediensache)

Ich war in Diktaten leider eine Null. Meine Aufsätze waren mittelmäßig. Meine erste Hausarbeit in der Uni wurde erst gar nicht bewertet. Durchs Bloggen hat sich viel verändert. Ich habe Spaß am Schreiben. Versuche mich verständlich auszudrücken, informationen leserlich aufzubereiten ohne dabei mit dem Kopf auf der Tischplatte zu verzweifeln.

Nach meiner Zwischenprüfung in den Gender Studies hat mir meine Prüferin gesagt, dass ich meinen Schreibstil nur durch regelmäßiges Üben verbessern könnte. Die Vorstellung wissenschaftliche Texte zu verfassen, trieb mir einen kalten Schauer über den Rücken. Das tut es jetzt nicht mehr.

Fazit/2:

Bloggen ist Identitätsarbeit und Übung gleichermaßen. Es schult die Medienkompetenz in einem solchen Maße, dass ich die Möglichkeit habe zu unterscheiden, ob ich Bilder von mir auf dem letzten Dorffest ins Internet stelle oder nicht. Ich würde verneinen 🙂

Ich habe mir folgende Fragen gestellt und beantwortet:

  • Wie ist mein Schreibstil? – Mittel
  • Sollte ich ihn verbessern? – Unbedingt
  • Ist es nötig mich im Internet zu präsentieren? – Klar
  • Auf eine angemessene Weise? – Pflicht
  • Haben andere etwas davon, wenn ich meine Arbeit im Netz dokumentiere? – Viel
  • Nutze ich die Informationen von anderen für mich? – Immer
  • Habe ich eine Informationskonsumhaltung? – Nein