Ich hatte schon bessere Ideen…

als eine Kampfkunstvorführung auf einem Reiterhof mitzumachen. Es stellte sich glücklicherweise heraus, dass es allen ganz gut gefallen hat. So schlecht war die Idee dann wohl doch nicht und alle Anzüge sind inzwischen auch wieder sauber 🙂

Gruppenbild "Demoteam"

Gruppenbild "Demoteam"

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Warum so viele immer Kämpfen wollen…

… weiß ich nicht. Wovon ich rede, könnt ihr natürlich auch nicht wissen. Lasst es mir kurz erklären.

Gestern stand ich für 4 Stunden auf der Matte. 3 Stunden Kindertraining mit knapp 40 Kindern. Im Anschluss noch eine Runde Aikido nur für mich. Wer das mal mitgemacht hat, wird nachvollziehen können, dass dieses Pensum eine große Herausforderung darstellt.

Ich für meinen Teil stelle nicht den Aspekt des „Kampfes“ ins Zentrum meiner Kampfkunstunternehmungen. Das könnte ich gar nicht durchhalten. Die „Kunst“ mit Menschen in Kontakt zu treten ist mir wichtiger als alles andere. Es ist darüber hinaus für mich die einzige Möglichkeit ein gutes Training zu leiten und mitzumachen. Die Geschwindigkeit und Intensität, die ich mit einem kunstvollen Training erreichen kann, ist ungleich höher.

Kampfkunst ist nicht die Kunst mit anderen zu ringen. Es ist der Weg um mit mir und anderen in Kontakt zu treten. Der heiße Scheiß kommt sowieso erst nach Jahren des regelmäßigen Trainings.

Kampfkunst

Kampfkunst

LG Mari*us

Kampfkunst – die Kunst nebeneinander zu gehen.

Viele verbinden mit Kampfkunst eine Matte. Techniken müssen gelernt werden um weitere Stufen zu erreichen. Ziel ist der schwarze Gürtel. Und um ganz offen zu sein, ich bin schon verdammt stolz auf meine zwei schwarzen Gürtel. Und ich bin bereit für mehr 🙂

Darüber hinaus ist Kampfkunst für mich ein Raum geworden in dem Menschen aufeinander treffen und über die körperliche Herausforderung in Kontakt treten können. Nach vielen Stunden des Trainings ist es mir inzwischen möglich, diese Räume mitgestalten zu können. Mitgestalten meint, dass es viele Menschen um mich herum gibt, die diese Räume bauen helfen.

Nach vielen gemeinsamen Stunden im Dojo, kann diese Verbundenheit auch manchmal auf Video festgehalten werden 🙂 Danke an dieser Stelle an David Pflanz. Das sieht wirklich toll aus.

Kurzer Nachtrag: Das tolle am Computer ist, dass man so viele schöne Medien erstellen und verbreiten kann. Blogs, Videos und Fotos bieten tolle Möglichkeiten um interessante Momente zu teilen. Mit Kdenlive (OpenSource Videoschnitt) wurde das Video geschnitten und mit Gimp (OpenSource Bildbearbeitung) wurde das Foto (eigentlich ein Standbild) bearbeitet. Von Ubuntu und WordPress will ich gar nicht anfangen 🙂 Manchmal geht es eben auch anders, als gewohnt. Freie Software gibt mir die Möglichkeit neue Welten zu erkunden. Coole Sache!

David Pflanz und Marius Zierold in Aktion

David Pflanz und Marius Zierold in Aktion

Judo, Kampfkunst und Geschlecht. Ja wo sind sie nur die Frauen?

Der Beitrag hat zwei Ebenen: Hinweisen und Fragen.

  1. Zum einen will ich auf eine, na ja sagen wir mal „Dokumentation“ (ca. 45Minuten) hinweisen, bei der zwei Amerikaner nach Japan reisen um dort das Judo zu erkunden. Ihr könnt euch also mit auf die Reise begeben. Es geht viel um Physik und Winkel. (Danke an den Kampfkunstblog für den Hinweis)
  2. Zum anderen will ich eine ganz einfache Frage stellen: Wo sind die Frauen, Mädchen, weiblichen Jodokas?

Ich empfinde das Fehlen von Frauen in der gesamten Dokumentation als schmerzende Leerstelle und lässt mich einmal mehr darüber nachdenken, was für eine Kampfkunst ich machen will.

Als Gegengewicht zur Dokumentation und ein wirklich gelungenes Bild von Georg. Danke dafür!

Als Gegengewicht zur Dokumentation und ein wirklich gelungenes Bild von Angie. Danke dafür an David!

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Georg

Kampfkunst und Gender? (noch 2 Tage)

Kinderklasse vorm Rollen

Mädchen und Kampfkunst?!

Neben den Kampfkünsten studiere ich Gender Studies (Geschlechterforschung) an der Humboldt-Universität zu Berlin.  Ziel war es immer beides zu verbinden. Ob es mir gelungen ist, weiß ich nicht, da mir hierzu der Abstand fehlt. Versucht habe ich es dennoch. Bewußt und unbewußt. Im Folgenden mache ich mir Gedanken über Kampfkunst und Geschlecht und meine Art damit ganz praktisch im Training umzugehen. Es handelt sich dabei um subjektive Erfahrungswerte, die ich mit der Zeit gesammelt habe. Ich denke, dass besonders, was Frauen/Mädchen und Kampfkunst betrifft, noch viel Luft nach oben ist. Meine Interventionen und meine Trainingsgestaltung zielen auf eine Struktur in der Mädchen/Frauen und Jungen/Männer miteinander trainieren, voneinander lernen und sich respektvoll behandeln können.

Kampfkunst ist eine sehr männliche Domäne. Nicht zwangsläufig auf der Matte aber in den Köpfen der Menschen und auf der Mattscheibe. Die meisten Kampfsport/Kampfkunstfilme zeigen männliche Darsteller, die sich durch allerlei Traumata kämpfen müssen. Frauen spielen hier häufig nur eine untergeordnete Rolle. Sie sind für die Gefühle im Film und nur selten für die Action zuständig. Die ersten Namen aus dem Filmbusiness, die mir konkret einfallen wären Jean Claude van Damme, Jet Li, Jackie Chan, Bruce Lee, Steven Seagal oder Chuck Noris. Auch wenn ich viele Filme gesehen habe, fällt mir kein einziger Name einer weiblichen Darstellerin ein. Hier fehlt es also schon mal an Vorbildern oder an einem ordentlich Erinnerungsvermögen.

Doch wie sieht es fern ab der Mattscheibe aus. Gibt es Frauen in der Kampfkunstgeschichte? Die ersten Namen die mir hier einfallen sind Morihei Ueshiba, Morihiro Saito, Masutatsu Oyama, Gichin Funakoshi, Jigoro Kano, Yip Man, Benny Urquidez, oder Royce Gracie. Auch hier finde ich auf Anhieb keine Frau in meinen Erinnerungen. Es gibt ein paar nette Anekdoten und Mythen aber diese Frauen haben es nicht bis in mein Gedächtnis geschafft. Auch hier fehlt es also aus meiner Sicht an Vorbildern.

In der Realität sieht es freilich besser aus als in meine Erinnerungen. Es gibt viele Frauen die Kampfkunst/Kampfsport betreiben und vielen ein Vorbild sind. Im Aikidobereich ergab eine kurze Recherche folgende Ergebnisse:

An den Vorbildern hängen zu bleiben und Köpfe nach männlein und weiblein zu sortieren, ist zwar ein Anfang aber noch lange nicht das Ende. Eine wichtige Frage für mich ist, wie kann ich das Training so gestalten, dass es für Mädchen und Jungen gleichermaßen funktioniert? Was muss ich dabei beachten und was muss ich vielleicht aus dem Trainingsprogramm streichen um Erfolg zu haben. Erfolg meint, dass sich Mädchen und Jungen gleichermaßen wohl dabei fühlen eine Kampfkunst zu trainieren.

grundschule

Oi Zuki. Ganz alleine und doch gemeinsam.

Ein wichtiger Punkt ist für mich der Verzicht auf eine freie körperliche Konfrontation (Raufen etc.) miteinander im Training. Dabei ist es nicht einmal wichtig ob Mädchen auf Jungen prallen. Die Kinder sollen sich nicht auf der Matte miteinander messen, denn dabei gewinnen die Stärkeren/Konsequenteren/Selbstbewußteren und es verlieren die die kein Interesse oder keine Möglichkeiten haben. Wenn sie sich irgendwo abarbeiten wollen, dann an mir. Außerdem ist mir aufgefallen, dass viele Mädchen überhaupt kein Interesse daran haben, sich mit irgendwelchen Jungs körperlich zu messen. Chancen und die Möglichkeiten hätten sie allemal aber der Wille dazu fehlt.

Körperliche Fitness ist wichtig, keine Frage. Doch die Menge wieviel Platz der Kräftigungsteil im Training einnehmen soll, hat sich über die Jahre bei mir verändert. Eine Übung auf die ich fast gänzlich verzichte sind Liegestütze. Bei Kindern ist die Anstrengung bei Liegestützen zu groß, so dass die Technik zu schlecht ausgeführt wird und den Rücken belastet. Bei Erwachsenen verzichte es aus einem anderen Grund. Viele Frauen und Männer können Liegstüzte nicht leiden, noch haben sie Interesse an einer muskulär und sichtbar gut augebildeten Schulterpartie. Bei meinem Training achte ich eher auf Erwärmungs-, Lockerungs- und Dehnübungen und verschiebe den Fitnessteil (somit auch die Liegestütze) in den freiwilligen Bereich.

Die Techniken des I-SHIN Kindertrainings oder des Aikido können bei Einhaltung der Übungsprinzipien von Jungen und Mädchen gleichermaßen ausgeführt werden. Wichtig ist die technisch richtige Ausführung und nicht die Schnelligkeit oder die eingesetzte Kraft. Sie dürfen sich beim üben nicht miteinander messen, da sonst eine erhöhte Verletzungsgefahr besteht.

Spiel - Wolf und Schaf

Wer ist schneller als der Wolf?

Natürlich darf der Spaß an der Sache nicht fehlen. In Bewegungsübungen (wie Rollen, Radschlagen etc.) die unabhängig vom Geschlecht besser oder schlechter ausgeführt werden, sind die Kinder auf sich alleine gestellt. Hier können sie üben ohne dabei mit den anderen in Konkurrenz zu stehen. (An dieser Stelle kommt den Trainier_innen eine wichtige Rolle zu, das Ganze ordentlich zu moderieren und anzuleiten)

Die einzige Möglichkeit für die Kinder sich aneinander abzuarbeiten sind die Spiele am Ende. Hier können sie tatsächlich messen, wer denn nun schneller oder wendiger ist. Der Unterschied zum Raufen besteht aber in den festgelegten Regeln der Spiele. Gewinnen tuen in dem Fall alle, weil es Spaß macht.

Für mich ist es mit diesem System möglich viele Mädchen und Jungen für die Kampfkunst zu begeistern. Ganz abgesehen davon, dass mir das Training so am meisten Spaß macht. Beides hängt wohl irgendwie zusammen… Ich bin gespannt, wohin die Reise geht. In ein paar Jahren werde ich mir diesen Beitrag wohl nochmal durchlesen und schmunzeln müssen.

An dieser Stelle will ich mich auch noch mal bei David und Isa bedanken, mit denen die Gestaltung des Kindertraining wirklich Spaß macht. Viel von dem was ich oben geschrieben habe, ist im regen Austausch mit ihnen entstanden.

Hui, so ein langer Beitrag… Herzlichen Glückwunsch, dass du es bis hierher mit dem Lesen geschafft hast 🙂 Da hast du dir noch ein Video verdient!

Kindertrainingswochenende – medial begleitet. Ein Rückblick.

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lässiger Martin

Am 14.03 und am 15.03.09 fand das Trainigswochenende der Kinderklasse im I-SHIN Dojo Berlin-Karow statt. Nach dem Wochenende im September 2008 handelte es sich gerade mal um die zweite Veranstaltung dieser Art für Kinder.

Ziel des Wochenendes war es das Gemeinschaftsgefühl der Kinder untereinander und zu ihren Trainer_innen herzustellen oder zu verbessern. Darüber hinaus ist eine Dojoübernachtung etwas ganz besonderes, was dazu beitragen kann, dass die Kinder im alltäglichen Trainingsbetrieb noch engagierter trainieren.

Eine große Herausforderung ist die Einbindung der Eltern in das Hobby ihrer Kinder. Wie also kann man die Eltern an so ein Event teilhaben lassen und es somit im Idealfall nachhaltiger für alle gestalten? Eine mögliche Antwort könnte lauten:

Insgesamt haben ich vier Weblogeinträge an diesem Wochenende verfasst (Wir hatten eine sehr gute Wlanverbindung). Sie waren kurz, enthielten den neusten Statusbericht und den Hinweis auf Bilder, die bereits bei Flickr hochgeladen wurden. Die Kurzmitteilungen bei Twitter, die ich in den Pausen verfasste, sollten die Sache abrunden.

Die Kommentare der Eltern (leider ganz selten im Kommentarteil des Weblogs) und die hohen Besucher_innenzahlen auf der Webseite lassen darauf schließen, dass die Eltern und andere Interessierte die Veranstaltung ebenso live verfolgen, wie wir die Informationen online stellten.

Ob diese zeitnahe Informationsfülle dazu beiträgt, dass Eltern und Kinder sich über das Wochenende ausstauschen, weiß ich nicht. Ich denke aber dass die Kommunikation anregender verläuft als ohne die vielen Vorabinformationen. Wer mit Kinder häufiger zu tun hat, kennt die Antwort auf die Frage „Und, wie war es?“. Die Antwort lautet meistens „Schön.“ 🙂

In der Tat schön wars!

Bildschirmfoto Trainingswochenende

Bildschirmfoto Trainingswochenende