Rückschau: 2. VuFind Anwenderinnentreffen an der TUHH

Wie kommen die Nutzerinnen an ihre Informationen?

Wie kommen die Nutzerinnen an ihre Informationen?

Nach zwei sehr interessanten Tagen sitze ich nun wieder an meinem Schreibtisch und muss die ganzen Eindrücke erst einmal ordnen. Ordnung für mich und für alle die Interesse an einer kurzen Rückschau haben.

ICH Ich für meinen Teil war, wie bereits erwähnt, als technischer Mitarbeiter der Genderbibliothek und des META Projektes des i.d.a-dachverbandes vor Ort. Außer mir waren natürlich viele andere Menschen anwesend, häufig Mitarbeiter_innen aus großen Bibliotheken und Verbünden. Kleinere Bibliotheken die VuFind einsetzen habe ich nicht ausmachen können.

HOSTING Aus diesem Grund habe ich an verschiedenen Stellen versucht die Herausforderungen zu skizzieren, mit welchen kleinere Bibliotheken bei der Verwendung von VuFind konfrontiert sind. An dieser Stelle kochen alle großen Einrichtungen ihr eigenes Süppchen ohne dass unterfinanzierte Einrichtungen an den Topf dürfen. Auch wenn der VuFind-Support/Hosting von verschiedenen Anbieterinnen realisiert wird, sind die zu zahlenden Summen schlicht nicht zu leisten. Schade!

FORMAT Abgesehen vom Hosting, dass vielleicht durch eine große Einrichtung mit freien IT-Ressourcen noch irgendwie realisiert werden könnte, gibt es ein weiteres Problem. Für die großen Spieler im Bibliothekswesen ist die Frage nach dem Datenformat nicht relevant. Zum einen liegen die Daten in der Verbünden bereits im Marc21 Format vor und können so problemlos in VuFind eingespielt werden. Sollten diese Daten aus verschiedenen Gründen in anderen Austauschformaten verfügbar machen, gibt es sicher eine IT-Abteilung oder eine Programmiererin, die sich dem Problem annehmen kann. Doch was ist mit Bibliotheken, die nicht auf eine IT-Abteilung oder eine fähige Programmiererin zurückgreifen können? Viele Bestände schlummern somit in lokal gehaltenen Bibliothekssystemen (Word- und Exellisten) ohne Anschluss an größere Suchsysteme und sind so für Wissenschaftlerinnen, Nutzerinnen, Interessierte … nicht sichtbar.

QUALITÄT Eine wichtige Erkenntnis dieses Treffens für mich war, dass auch die großen Verbünde, so wie kommerzielle Anbieter, ein großes Problem mit der Qualtität ihrer Daten haben. Merke: die Daten könnten immer Besser sein als sie sind. Ein alter Hut irgendwie aber wenn es darum geht einen Onlinekatalog zu gestalten, gibt es hier sehr interessante Dinge zu beachten. Das Thema will ich an dieser Stelle nicht weiter ausbauen. Gerald Steilen gleich zu Beginn interessante Zahlen genannt und Denkanstöße gegeben.

INTERESSANT Ein großes Thema war die Abbildung von Hierarchien in VuFind. Hier gab es immer wieder Nachfragen aber auch technische Lösungsansätze.

ORGANISATION war sehr professionell. Zeitplan, Verpflegung & WLAN ließen keine Wünsche offen. So konnte ich mich auf das Wesentliche konzentrieren. Vielen Dank!

TWITTER Diese Kommunikationsform wurde leider eher wenig genutzt. Hashtag war #vufindhh

FAZIT Es war ein sehr informatives Treffen. Ich habe viele Spezialistinnen kennengelernt und konnte mich rege am Austausch beteiligen und zur Diskussion beitragen. Meinen Kurzvortrag überschrieb ich mit „Lust oder Last – VuFind und kleinere Bibliotheken“, mein Fazit fällt ganz ähnlich aus. VuFind ist eine tolle Möglichkeit für Bibliotheken einen eigenen Katalog zu stricken. Kosten für teure Zusatzprodukte entfällt. VuFind kann aber auch nicht alles. Hosting und Support, sowie die Garantie, dass der Katalog auch Online ist können nur durch zusätzliche Kosten (Hardware & Personal) gewährleistet werden.

WÜNSCHE Ein vom Bund entwickeltes, freies Bibliothekssystem, dass sich problemlos an VuFind anschließen lässt. Ohne Lizenzkosten, gerne auch in der Cloud. Das wäre doch was. Sicher nicht für die Großen, weil die haben ja schon. Nein, eher für die Kleinen, die zu wenig Geld haben und trotzdem auf wichtigen Dokumenten sitzen.

SCHAUBILD Auf dem kleinen Schaubild habe ich mal zusammengebaut, wie ich mir das ganze vorstelle. Die Nutzerinnen (rechts) können auf viele Informationen der großen Bibliotheken zugreifen. Diese machen es den Nutzerinnen durch neue Technologien, Katalog und Inhalte relativ einfach. Die großen Einrichtungen ziehen Ihre Informationen aus dem „Informationsmeer“ (mitte). Welche Informationen gezogen werden, kann von den Nutzerinnen nicht beurteilt werden. Ganz sicher aber können sie auf die Informationen aus kleinen Bibliotheken nicht zugreifen. Solange Sie nicht zur Einrichtung gehen, oder die Daten so aufbereitet werden, dass sie in übergreifende Suchsysteme eingebaut werden können, bleiben diese Informationen verborgen.

Für die großen Einrichtungen beginnt alles erst ab Marc21 Daten. Wer kein Marc21 hat darf nicht so einfach mitspielen.

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