Warum so viele immer Kämpfen wollen…

… weiß ich nicht. Wovon ich rede, könnt ihr natürlich auch nicht wissen. Lasst es mir kurz erklären.

Gestern stand ich für 4 Stunden auf der Matte. 3 Stunden Kindertraining mit knapp 40 Kindern. Im Anschluss noch eine Runde Aikido nur für mich. Wer das mal mitgemacht hat, wird nachvollziehen können, dass dieses Pensum eine große Herausforderung darstellt.

Ich für meinen Teil stelle nicht den Aspekt des „Kampfes“ ins Zentrum meiner Kampfkunstunternehmungen. Das könnte ich gar nicht durchhalten. Die „Kunst“ mit Menschen in Kontakt zu treten ist mir wichtiger als alles andere. Es ist darüber hinaus für mich die einzige Möglichkeit ein gutes Training zu leiten und mitzumachen. Die Geschwindigkeit und Intensität, die ich mit einem kunstvollen Training erreichen kann, ist ungleich höher.

Kampfkunst ist nicht die Kunst mit anderen zu ringen. Es ist der Weg um mit mir und anderen in Kontakt zu treten. Der heiße Scheiß kommt sowieso erst nach Jahren des regelmäßigen Trainings.

Kampfkunst

Kampfkunst

LG Mari*us

2 Gedanken zu “Warum so viele immer Kämpfen wollen…

  1. Also ich mache das bei mir so, dass ich alle 2 Monate zwei oder drei Sparringseinheiten einschiebe, wo alle, die wollen, kämpfen können. Ich kann den Drang zum Kämpfen absolut nachvollziehen. Zwei Menschen auf einer Matte, die an einander wachsen wollen, die sich durch die Konfrontation mit einander vor allem mit sich selbst konfrontieren. Läufst du weg? Wie gehst du mit deiner Angst um? Wie gehst du mit Rückschlägen um? Mit Niederlagen? Mit Siegen? Kannst du ruhig bleiben auch wenn du überrannt und attackierst wirst?
    Zeig mir, wie du kämpfst und ich sage dir, wer du bist. So sehe ich das. Auch wenn es ein Kampf mit/gegen eine andere Person ist, kämpfst du eigentlich mit dir. Ich empfand die Erfahrungen im Ring daher immer als sehr wertvoll für mich und als einen guten Gradmesser für Entwicklungen der Persönlichkeit. Die ersten Sparrings endeten für mich manchmal weinend in der Umkleide, weil ich es nicht ausgehalten habe, ’schlechter‘ zu sein, als meine Gegnerin. Heute bin ich dankbar für jeden Treffer, den ich kassiere, weil ich dadurch lerne.
    Ich mag spielerisches und lockeres Training aber der Kampf zeigt mir, wie weit ich mich entwickelt habe. Mehr auf der persönlichen Ebene als auf der technischen Ebene, weil du in jedem guten Kampfsport/Kampfkunsttraining den Raum findest, dich spüren zu lernen und dich mit dir auseinandersetzen kannst. Kurz um: Ich mag das Kämpfen. Das ist für mich das Yang zum Ying des Trainierens 🙂
    Liebe Grüße, Diana

    • *kampfkunst-talk* 🙂
      @diana auch wenn es sich nicht so angehört hat aber wir haben ganz ähnliche ansichten. ich meine allerdings ein anderes kämpfen. mir ging es um den zustand, wenn auf der matte keine harmonie entsteht. also wenn zwei trainingsparner_innen miteinander trainieren sollen und sich gegenseitig nicht öffnen können. hat meistens was mit angst und unwissen zu tun. was wird gleich passieren, wird es weh tun (ja, kann es) usw..
      bei einem trainingskampf, wie du ihn beschrieben hast, versuchen zwei menschen ihren horizont zu erweitern. wenn sie sich aufeinander einlassen können tolle dinge dabei entstehen. tempo und intensität können kontinuierlich gesteigert werden.
      kämpfen, so wie ich es in meinem beitrag beschrieben habe, ist auch kein schneller zustand. das ganze fühlt sich eher etwas zäh an.
      so meinte ich das zumindestens 🙂
      lg mari

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