Einfach ignorieren und das Gegenteil behaupten – Piratentrolls?!

Nachdem der Artikel von Danilola so viele Reaktionen provoziert hat (derzeitig 354) bin ich um ein paar Erfahrungen reicher aber nicht glücklicher. Dem Ansehen der Piratenpartei hat das nicht geholfen. Auch wenn es Stimmen gab, die sich mit den geäußerten Kritikpunkten produktiv auseinander gesesetzt, sind viele über das Werfen von Dreck nicht hinausgekommen.

Einige Statements, die mir im Zusammenhang mit Danilolas Beitrag und anderen besonders „gut“ gefallen haben:

  • wahre Gleichberechtigung gibt es schon seit über 10, ähh 30 Jahren,
  • eigentlich haben wir das Problem der Gleichberechtigung schon längst überwunden,
  • wenn wir nicht drüber reden, bedeutet es, dass wir Gleichberechtigung leben,
  • Gleichberechtigung ist eine Sache des gesunden Menschenverstandes,
  • wir alle sind Expert_innen wenn es um Gender geht,
  • der Feminismus muss endlich vom Thron gestoßen werden,
  • weil Frauen nicht länger zum Jagen getragen werden müssen, wie noch mit der Quote,
  • Die Quote ist im übrigen die übele Erfindung des Feminismus,
  • und Diskriminiert die Männer,
  • und darüber wollen wir viel lieber reden,
  • und wenn ihr was sagen wollt, macht doch einfach mit bei der Piratenpartei,
  • es heißt Femmos, Genderdings, Genderzeugs, Gendergequatsche, Genderwasauchimmer

Wer in die Diskussion um die Piratenpartei und Gender eintreten will, sollte sich vorher ein dickes Fell zulegen. Auch sollte man sich darauf einstellen, dass in den folgenden Diskussionen nicht über Gender im weiteren Sinne gesprochen wird. Die Diskussion wird schnell umgelenkt auf Mitmachbekundungen und Männerdiskrimnierung. Der Ton wird bei den heftigen Statements konsequent verfehlt, so dass eine emotionslose Auseinandersetzung unmöglich wird.

Da halte ich es doch lieber wie TakaTukaLand

ich möchte eben nicht die_der einzige sein, die_der das deck schruppt und den sexistischen und antifeministischen müll der besatzung wegräumt, während der rest der meute sich gegenseitig hochleben lässt. ich möchte nicht unter deck belästigt und angefeindet werden. dann bleibe ich doch lieber im kritischen begleitboot und versuche von außen ein paar denkanstöße zu geben.

Die oben beschriebenen Statements sind nicht neu. Wenn es um die eigenen Rolle in Diskrimnierungsstrukturen geht, wird reflexartig um sich geschlagen. Das betrifft Männer und Frauen gleichermaßen. Und es ist auch egal, wer dabei getroffen wird. Es geht erst einmal darum sich verbal freizustrampeln. Da wird auf allerlei andere Diskriminierungen verwiesen um ja die eigene Position nicht hinterfragen zu müssen. Ja, es ist schmerzhaft zu erkennen, dass und in welchem Maße man Teil von Diskriminierung ist. Einfacher ist es auf die Strukturen zu verweisen, die einem selbst die Luft zum atmen nehmen. Hauptsache ich nicht.

Wer sich jetzt ermunter fühlt, mir von seinen Diskriminierungen oder dem mächtigen Feminismus zu erzählen, braucht sich die Mühe nicht machen. Kommentare, die meiner Meinung nach verbal mit Dreck werfen, werden umgehend gelöscht. Mein Blog!

4 Gedanken zu “Einfach ignorieren und das Gegenteil behaupten – Piratentrolls?!

    • @markus das werde ich in nächster zeit auch nicht mehr machen, also das mit dem füttern. allerdings sind meine oberen statements nicht nur aus trollkommentaren. mal sehen, wie sich die ganze sache weiterentwickelt.
      lg mari*

  1. david schreibt:

    Ich habe die Diskussion nicht vollständig gelesen und könnt mich zu großen Teilen des Inhalts wahrlich nicht konstruktiv äußern, aber einige Anfeindungen waren ja echt unter der Grütellinie (such ja nicht nach meiner Adresse marius 😀 )

    Grüße! David

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