Grenzen austesten: Wie viel Training ist eigentlich möglich?

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Erschöpfter mari*us

Eigentlich ist der Freitag ein trainingsfreier Tag. Das Wort „eigentlich“ deutet aber schon darauf hin, dass dieser Tag voller Training war. Nach 4 1/2 Stunden bin ich platt und an meinen Grenzen angelangt.

3 von den 4 1/2 Stunden waren Einzeltrainingsstunden, die ich unterrichtet habe. Alle drei waren kurz hintereinander, so dass es keine wirkliche Pause für mich gab. Da ich das Einzeltraining hier so gestalte, dass ich alles mitmache, sind drei Stunden schon intensiv, haben allerdings keine so hohe Geschwindigkeit. Der geistige Output hingegen ist ziemlich heftig. Immerhin will ich mir ja Mühe geben und werfe alles was ich habe in die Waagschale. Ob mir das immer so gut gelingt, kann ich nicht wirklich einschätzen aber ich kann an meinen Fähigkeiten arbeiten das weiterzugeben, was ich zu wissen glaube. Im Rückschluss, muss ich mir ja dann auch noch mal ein paar Gedanken mehr zu den Techniken machen. Es entsteht eine Win-Win Situation, nicht zuletzt, weil ich diese Traininstunden bezahlt bekomme.

Hinweis: Alle Beiträge zu meiner Uchi-Deshi Zeit bei Rosmarie Herzig Sensei (4.Dan) im Aikido Dojo Ennetbaden gibt es unter der Kategorie “uchideshi09″

Die anschließenden 1 1/2 Stunden waren voll mit den Vorbereitungen zu Miklos‘ Shodan. Hier war mein Einsatz geringer aber die Intensität umso höher. Nach 90 Minuten und einer Menge Rollen musste ich dann zugegeben, dass die Luft einfach raus war. Aus die Maus.

Hier ist sie also meine Grenze und eine Frage keimt in mir auf: Wie machen das die Menschen, die acht Stunden am Tag trainieren, oder zumindestens sagen, sie würden acht Stunden trainieren?  Wann schlafen die denn? Oder haben die ein soziales Leben? Wann wird da gegessen? Und vor allem was? Fastfood sollte es ja nicht sein. Gibt es da eine Kantine mit Salatbar? Einen Masseur…

Fünf Stunden am Tag fühlen sich schon grenzwertig an. Mehr als 90 Minuten Training am Stück sprengen ebenfalls meinen Rahmen. Ich bin ein Fan von 60minütigen Einheiten.

Wie sieht das bei euch aus? Wie lange könnt ihr trainieren?

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Erschöpft, glücklich und eine Frisur wie aus den 70igern 🙂

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12 Gedanken zu “Grenzen austesten: Wie viel Training ist eigentlich möglich?

  1. katrin schreibt:

    das sind interessante fragen, die du da aufwirfst. viele antworten kann ich dir nicht geben, da ich noch nie so viel trainiert habe wie du.
    im moment geh ich ja zum kickbox-training bei diana (http://dianaschreibt.wordpress.com/kickboxen/) und wir haben eine 90-min-trainingseinheit. da wir etwas undisziplinert sind und nicht immer (oder genauer gesagt sehr selten) pünktlich anfangen, trainieren wir selten wirklich 90 min durch.
    ein längeres training ohne pausen kann ich mir persönlich schwer vorstellen, da es bestimmt schwirig ist die ganzen zeit mit voller konzentration und aufmerksamkeit dabei zu sein. die 90-min-trainingseinheit finde ich als freizeitsportler_in ganz gut, weil dann nicht ein zuenger zeitplan und-druck besteht.
    ansonsten erinnern ich deinen fragen: wieviel kann mensch am tag, hintereinader trainieren an die wissenschaftliche arbeit. hier ist es für mich auch schwer vorstellbar stets über lange zeitphasen konzentriert am schreibtisch zu arbeiten.
    wahrscheinlich ist der mix des rätsels lösung, oder?
    lg, katrin

    • @katrin danke für deine ausführliche antwort. ich denke auch, dass für freizeit-sportler_innen die marke bei 90minuten aus den von dir genannten gründen gut gesetzt ist. das muss ja dann auch ein rundumpaket sein, mit aufwärmen, trainieren und runterkommen. wenn ich mich nicht irre, dann trainiert ihr bei diana sicher auch sehr intensiv oder?
      das mit den 60 minuten trainingseinheiten wurde mir schmackhaft gemacht, als ich selbst training gleitet habe. bei drei trainingseinheiten am tag, schaffst du es einfach nicht mehr dich andauernd aufzuwärmen. und damals und heute will ich immer noch alles mitmachen. das ändert sich mit der zeit sicherlich 🙂
      ich denke auch, dass die lösung ein gesunder mix ist, der sich an den eigenen grenzen orientiert.

  2. Ja, lieber Marius. Wie du ja weist, beinhalten meine Tage durchschnittlich soviel Training, wie du am Freitag hinter dir hattest. Mehr liegt aber echt nicht drin.

    Acht Stunden am Tag trainiert niemand. Vielleicht ein, zwei Tage, aber dann braucht auch ein Spitzensportler ein, zwei Tage Ruhe um sich zu erholen. So wie ich das beurteilen kann, liegen knapp 25 Stunden intensives Training die Woche drin. Das ist aber auch das Maximum. An meinem ärgsten Tag hatte ich 6 Stunden Training – das ist die Grenze. Dann ist, wie du selber festgestellt hast, aus die Maus!

    Aber gib doch zu: Einmal so viel zu trainieren tut doch auch gut. Es ist schon toll, seine Grenzen so zu spüren und zu merken, dass man das wirklich leisten kann, nicht?

    • @Christian ach das ist aber beruhigend zu hören, dass es nicht nur mir so geht 🙂 und 25 stunden training sind ja auch wirklich eine ganze menge.
      und ja du hast schon recht, an die grenzen zu gehen tut gut und not. immerhin erweitern sie sich ja dadurch immer ein bisschen und kann sich selbst besser einschätzen.
      neben der körperlichen ermüdung kommt bei mir aber noch die geistige. die finde ich noch viel anstrengender und lässt sich nicht einfach wegmassieren 🙂 aber vielleicht ist es auch alles nur eine frage der gewöhnung. körperlich und geistig.

      ps. gestern habe ich es doch tatsächlich geschafft mir wieder meinen ramponierten zeh erneut volle miete anzurammeln. das war nicht ermüdend sondern schmerzhaft 😉

  3. Für mich wären 60 Minuten zu wenig. Wir (die Erwachsenen) trainieren in unserem Dojo immer 2 Stdunden, also das Doppelte am Stück.
    Die Kindertrainings dagegen dauern nur eine Stunde.

    Gestern haben mit mir fünf Leute ihre Prüfung gemacht. Und ich habe meine Prüfung zum 3. Kyu bestanden 🙂

    • @Sibylle herzlichen glückwunsch zum 3.kyu!
      was euer training betrifft, habe ich noch ein paar fragen. wie ist das bei euch verteilt? also wie lange wärmt ihr euch auf? 30min? und macht ihr dann 90min technik? hach, so viele fragen.
      lg marius

  4. Wir wärmen uns erstmal 20 Minuten auf. Danach kommen dann ca. 5 Min. Grundübungen (sabaki, etc.), anschließend Fallschule 5-10 Min. und dann folgen meistens die Wurftechniken und danach die Hebeltechniken. Manchmal machen wir aber auch 2 Wurftechniken, dann 2 Hebel, dann wieder Wurftechniken. Aber meistens erst Wurf-, dann Hebeltechniken.

    Und jeden 1. Montag im Monat ist Waffentraining. Da machen wir die erste Stunde nach dem Aufwärmen waffenlose Techniken, die wir dann aber in der zweiten Stunde auch mit der Waffe ausführen.

    • @Sibylle euer programm klingt ziemlich heftig. wie oft in der woche trainiert ihr denn in dieser intensität? und haben die leiter_innen noch andere trainingseinheiten am tag? ich versuch das nur mal für mich auf die reihe zu bekommen, was möglich ist, deswegen die vielen fragen.
      lg mari*us

  5. zweimal pro Woche. Andere Trainingseinheiten am Tag haben die Übungsleiter nicht. Allerdings hat der Trainer der Kinder und Jugend montags von 17-18 und von 18-19 je eine Kinder- bzw. Jugendgruppe zu trainieren und danach von 19-21 uhr trainiert er selbst noch bei den Erwachsenen mit. Das leitet er dann aber nicht. Und mittwochs ist das Training nicht ganz so heftig wie montags, also nicht ganz so anstrengend, dafür werden aber weniger Techniken intensiver geübt. Ist also ganz abwechselnd und schön. Und an die Intensität gewöhnt man sich sehr schnell. Ich fände es ziemlich schlimm, wenn ich nur noch eine Stunde anstatt zwei Stunden Training hätte. Da werde ich ja grade mal richtig warm 😉

    • @Sibylle danke für die infos. ich denke, dass bei dem von dir beschriebenen trainingspensum 2 stunden vollkommen passend sind. da wären 60 minuten wirklich arg kurz.
      lg mari*us

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