Luzern und mein Uchi-Deshi Nachbar Christian

Luzern ist eine hübsche Stadt, soweit ich das beim letzten Mal durchfahren mitbekommen konnte. Ich hätte jetzt nicht wirklich vermutet, dass ich da nochmal hinkomme aber was soll ich sagen, am Samstag war ich dort. Ich bekam von Dani eine Einladung und habe sie dankend angenommen. Also rein ins Auto und ab mit dem Baby nach Luzern. Ich denke, dass es ganz witzig ausgesehen haben muss, wie wir bei der Kirche saßen und das kleine Raubtier fütterten 🙂

Ich habe den Ausflug sehr genossen und bedanke mich hiermit nochmal bei Dani!

23.05.2009

Das kleine Schloss im Hintergrund auf dem Berg, wollten sie schon mal an Michael Jackson verkaufen.

Mein Uchi-Deshi Nachbar Christian

Gestern lernte ich dann Christian kennen. Ennetbaden bietet jetzt nicht so unglaublich viel. Es gibt eine Kirche, eine Schule und eine Kontaktbar. Da  ist es ja nicht unbedingt sooo selbstverständlich, dass sich hier zwei Uchi-Deshis aus zwei verschiedenen Dojos treffen… Das hier schon zwei Dojos sind, finde ich ja unglaublich.

Also saßen ein Karate Uchi-Deshi und ein Aikido Uchi-Deshi mit nem kühlen Bier (Danke an dieser Stelle an Christian) an der Limmat und redeten über Kampfkunst. Ich habe es sehr genossen und denke auch, dass es nicht das letzte Bier gewesen ist, dass wir an der Limmat getrunken haben. Eine Fahrradtour wollen wir auch machen. Also, Kette ölen, Asthmaspray und Wechsel T-Shirt einpacken. Im Notfall kann ich ja immernoch schieben 🙂

Hinweis: Alle Beiträge zu meiner Uchi-Deshi Zeit bei Rosmarie Herzig Sensei (4.Dan) im Aikido Dojo Ennetbaden gibt es unter der Kategorie „uchideshi09“

Gefunden hat er mich über eine Suche nach Uchi Deshi im Internet. Das hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

Stell dir vor du machst Aikido mit Kindern und alle machen mit

Minitrainingsgruppe

Unwesentliche Größenunterschiede 🙂

Gestern war ein sehr trainingsreicher Tag. Drei Trainingseinheiten, die auf ihre eigene Art ganz intensiv waren.

*Technikintensiv* In der ersten Einheit von 10.30 – 12.00 Uhr waren Gabi, Miklos und ich auf der Matte. Das Training war voller Techniken, in schnellem Rhythmus. Der Vorgaben kamen dabei nicht von mir sondern vom Shodan Zettel. Das war mit Abstand das Training mit den meisten Techniken, dass ich seit langem gemacht habe. Das war allerdings nur möglich, weil wir uns allen die Techniken bekannt waren und wir alle eine funktionierende Fallschule haben. Ich habe es sehr genossen.

*Erkenntnisintensiv* Das Kindertraining war mal wieder einen Klasse für sich. Miklos und ich standen mit einer sechs- und einer neunjährigen auf der Matte. Die kleinere der beiden Schwestern hatte noch nie Aikido gemacht und die größere hat immerhin schon halbgelb. Und was soll ich sagen, meine Gedanken über Aikido und Kinder wurde mal wieder konterkariert. Warum? Weil auch das, das technikintensivste Kindertraining dieser Tage war. Wir haben immerhin Katate dori Tai no henko, Shiho nage, Kote gaeshi und Ikkyo geübt. Beide Mädchen waren voll motiviert und haben meine Trainingsangebote gut aufgenommen und versucht umzusetzen. So funktioniert die Mischung Aikido und Kinder. Offensichtlich machten Miklos und ich einen vertrauenswürdigen Eindruck (siehe letzer Beitrag).

Minitrainingsgruppe

Ein kleines aber feines Kindertraining und seine Protagonist_innen

*Knieintensiv* Das letzte Training des Tages von 18.30 – 19.30 Uhr haben wir zu großen Teilen auf den Knien verbracht. Suwari Wazi Yokomen uchi. Immerhin sind wir bis Nikkyu urawaza gekommen. Danach haben wir unsere Knie mit ganz leichtem Wurftraining entlastet.

Hinweis: Alle Beiträge zu meiner Uchi-Deshi Zeit bei Rosmarie Herzig Sensei (4.Dan) im Aikido Dojo Ennetbaden gibt es unter der Kategorie „uchideshi09“

Heute ist Trainingsfrei und ich werde die Zeit nutzen um meine kleine Erkältung loszuwerden.

Kindertraining als mein exklusiver Gradmesser. Gedanken zur Chemie. [Update]

Blackbelt

Spuren hinterlassen

*Update am Ende des Artikels

Kindertraining unterscheidet sich in sehr vielen Punkten vom Erwachsenentraining. Für Kinder braucht man in erster Linie noch kein guter Kampfkunstlehrer sein, es ist wichtig sie gut zu unterhalten und somit bei der Stange zu halten. Die Entscheidung ernsthaft, ohne Spiele und so, zu trainieren kommt bei den meisten Kindern noch nicht mit sechs, sieben, neun oder zehn Jahren. Selbst ich mit meinen 27 Jahren kann das noch nicht mal richtig sagen, ich kann es aber als ernsthafter verkaufen.

Wenn Menschen schon in jungen Jahren anfangen Kampfkunst zu trainieren, bekommen sie die Chance ein Körpergefühl zu entwickeln, was ihnen im späteren Verlauf ihres Trainings (ja vielleicht sogar ihres Lebens) sehr nützlich sein kann. Sie können Dinge schneller aufnehmen und schneller lernen. Entscheidet dabei ist aber nicht, das Eintrittsalter sondern die Einstellung regelmäßig zum Training zu kommen.

Ich übe in meinem Kindertraining deswegen Bewegungsübungen ein, die den Kindern helfen sollen oben von unten zu unterscheiden, Füße und Hände in ihrem Sinne zu gebrauchen und eine Orientierung im Raum zu behalten. Nicht alle Kinder fahren darauf ab. Es ist aber ein Unterschied es nicht zu können (dafür kommt ihr ja üben) oder nicht zu wollen (das ist eine Vertrauensfrage). Beim Kindertraing kommt es auf Vertrauen an. Wenn sie dir abkaufen, dass du es gut mit ihnen meinst, hast du sie auf deiner Seite. Oder anders ausgedrückt: wenn sie dich cool finden, wird alles gut!

Hinweis: Alle Beiträge zu meiner Uchi-Deshi Zeit bei Rosmarie Herzig Sensei (4.Dan) im Aikido Dojo Ennetbaden gibt es unter der Kategorie „uchideshi09“

Ich hatte so noch gar nicht darüber nachgedacht aber jede_r Kampfkunstlehrer_in hat ihre ganz speziellen Schüler_innen. Die Auswahl beruht dabei auf Gegenseitigkeit. Mit manchen Kindern kannst ich auf den ersten Blick nichts anfangen, manche Kinder können mir mir auf den ersten Blick aber auch nichts anfangen. Nun ist es meine Aufgabe als Kindertrainer mich soweit zu öffnen, dass die Kinder einen Zugang zu mir und meinen Absichten finden. Auf der anderen Seite müssen sie sich irgendwann auf mich einlassen. Das klingt irgendwie banal aber ich wollte das mal für mich formulieren.

Was bei Kindern offensichtlich wird, gilt auch für Erwachsene. Wenn die Chemie und das Vertrauen stimmt, dann kann man die Sterne (oder den gelben Gürtel) erreichen.

Hilfestellung Gürtelbinden

Eins meiner Lieblingsbilder

*Update

In dem Buch „Die Kunst zu siegen, ohne zu kämpfen: Anekdoten und Geschichten übder die Kampfkünste“ habe ich eine schöne Textpassage gefunden, die nach meiner Meinung nach  gut zum obrigen Text passt.

Die fernöstliche Traditionen sagen uns, die Suche nach dem Weg gleiche dem Erklimmen eines hohen Berges. Wer sich dazu entschlossen hat, wird sich einen Hang auswählen und einen Führer wählen, der ihm den Weg weisen kann. Diese Entscheidungen sind determinierend. Ist der Berg zu steil oder der Führer zu unerfahren, können die Folgen furchtbar sein. Umgekehrt ist ein Erfolg auch mit dem besten Führer nicht garantiert. Zahlreich sind die Hindernisse, schmerzlich die erforderlichen Anstregnungen. Ein groper Kampf ist unvermeidlich: ein ungeheurer Zweikampf mit dem Berg. (Quelle: Die Kunst zu siegen, ohne zu kämpfen: Anekdoten und Geschichten übder die Kampfkünste, Seite 55)

Kinder und Erwachsene suchen sich ihre Lehrer_innen gleichermaßen aktiv aus. Sieht bloß unterschiedlich aus (Stichwort Eltern) und von einem Weg ist am Anfang bei jüngeren oder älteren auch noch nichts zu sehen.

Ein interessanter Tag geht zu Ende

20.05.2009

Zu Fuß nach Haus!

Einen Wecker brauchte ich heute nicht. Die Maler_innen haben Fenster gleich nebenan abgeschliffen. Das ist wie ein Wecker, nur zu früh und ganz ohne Schlummertaste. Ich also raus, ran ans Frühstückbuffet (Toast +X) und rein in den Tag.

Habe mich im Folgenden mit Lohnarbeit beschäftigt und mich mit Angin Heel gegen meinen Hals und seine Schmerzen gewehrt. Hat auch ganz gut funktioniert. Morgen schlafe ich aber aus.

Kindertraining war mal wieder total spannend. Eine erste Standpauke habe ich halten müssen. Das Training hat mich auf eine kleine Probe gestellt, weil es in Folge der Standpauke (die ich ja total wichtig fand) nicht ganz so einfach zu leiten war. Von Verweigerung, „auf die Probe stellen“ aber auch guter Trainingseinstellung war alles dabei.

Hinweis: Alle Beiträge zu meiner Uchi-Deshi Zeit bei Rosmarie Herzig Sensei (4.Dan) im Aikido Dojo Ennetbaden gibt es unter der Kategorie „uchideshi09“

Im Erwachsenentraining haben wir uns mit Ikkyo beschäfftigt. Eine ganze Stunde lang. Danach ging es ein Bier zischeln. Vielen Dank an dieser Stelle an Mike! Jetzt bin ich zu Haus und warte auf den nächsten Tag 🙂

LG Mari*us

Tag der offenen Tür im brandneuen Aikidodojo in Uster

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Kurz vorm Training!

Gestern haben wir einen Ausflug ins brandneue Aikidodojo in Uster gemacht. Dort fand der Tag der offenen Tür statt.

Ist schon spannend in ein ganz neues Dojo zu fahren. Das erinnert mich an das I-SHIN Dojo Berlin Karow, dass wir im Jahr 2006 ausgebaut hatten und dann bereits ohne Matten trainierten. Eine ähnliche Stimmung war gestern zu spüren. Stimmung von Aufbruch und Neuem.

Die Box 21, wie das Haus bezeichnet wird, in dem das Aikidodojo Uster untergebracht ist, ist bei weitem noch nicht fertiggestellt. Auch die „Boxen“ drumherum haben noch viel vor sich.

16.05.2009

Schöne blaue Matten

Das Ganze gehört zu einem Projekt, bei dem Arbeiten und Wohnen zusammengelegt wird. Eine wirkliche spannende Angelegenheit. Raus aus der Wohnung, Treppe runter und ab auf die Matte in wenigen Sekunden. Nix mit Pendeln oder langen Anfahrtswegen. Das Angebot von Aikidounlimited ist dementsprechend breit gefächert und wird von Agnes Julia Geissberger und Peter Fankhauser realisiert:

  • Aikidotraining für Erwachsene und Kinder
  • Waffentraining
  • Meditation
  • Raum und Begleitung für Uchideshi (HausschülerInnen)
  • Regelmässige Seminare mit externen Lehrer/innen
  • Privatlektionen in allen Angeboten
  • Insight Selbstverteidigung für Frauen
  • Yoga / Franklin-Methode
  • Praxis für Komplementäre Behandlungen (Schwerpunkt Körperarbeit)

Ich bin wirklich froh, dass es zeitlich mit dem Tag der offenen Tür so gut geklappt hat und wir in den frühen Tagen eines Dojos dabei sein konnten. Ein Dojo zu leiten ist ein sehr ehrgeiziges Projekt und ich wünsche ihnen alles Gute. Wer in der Nähe ist sollte sich das Dojo unbedingt mal ansehen. Ist nämlich wirklich schön.

Danke an Christin für die tollen Fotos mit meinem Handy!

Zweiter Trainingstag so viel Neues

15.05.2009

Ausweichen!

Heute ist bereits Freitag und somit mein trainingsfreier Tag. Gestern war Donnerstag. Tag 2 meiner Trainingsleitung für zwei Woche. Auf dem Programm standen ganze drei Trainingseinheiten. Eine von 10.30 – 12.00 Uhr, eine Kindertrainingseinheit von 17 – 18 Uhr und eine abschließende Taijutsustunde von 18.30 – 19.30 Uhr.

In der ersten Trainingseinheit gab es intensives Einzeltraining mit Gabi (siehe Foto). Weil wir nur zu zweit waren, hatte ich mich dafür entschieden einfaches Ausweichen mit Tenkan und Irimi zu üben. Ausgangspunkt waren Katatedori und Kosadori.

In der Kindertrainingsstunde waren diesesmal mehr Kinder auf der Matte, so dass es etwas aufwendiger war als noch am Mittwoch. Dieses mal stand mir Mike zu Seite. Wir haben viel Bewegungsübungen gemacht, wie Radschlagen, Peitschensprung, Handstand und Handstützüberschlag mit Hilfestellung. Mit Techniken halte ich mich gerade noch ein bisschen zurück. Ich will erst mal einen Anfang mit den Kindern finden. Interessant für mich war, dass Mike am Ende sagte, dass ich wirklich viel Geduld habe.

In der letzten Stunde des Tages ging es wieder mit Rollübungen und Grundtechniken auf die Matte. Diesesmal haben wir viele Grundübungen aus der Rolle und nicht so viel in Bodennähe gearbeitet. Das i-Tüpfelchen war eine Übung, bei der alle 2 Minuten frei auf der Matte Rollen sollten. Vorwärts oder Rückwärts, völlig egal. Zweck dieser Übung sollte es sein, die Orientierung im Raum und von oben und unten auch noch nach 30 Rollen zu haben. Das ist sehr schweißtreibend aber irgendwie nett 🙂

Weiter ging es mit Morote dori Kokyu ho. Eine Übung bei der wir besonders auf das Ukeverhalten geachtet haben. Auch das anschließende Rollen war Thema. Immer mit der Partner_in verbunden zu sein, erfordert ein gewisses Maß an Orientierung. Wenn ich nämlich Nage (die, die die Technik ausführt) im Auge behalten soll, kann ich ja nicht gleichzeitig die Matte auf dem Schirm habe. Das muss irgendwann automatisch erfolgen.

Aikido vor Erwachsenen zu unterrichten ist mir vollkommen neu und stellt mich vor neue Herausforderungen. Meine Fragen für andere zu formulieren ist wirklich spannend und nicht so ganz einfach. Da ich aber nicht direkt für die Antworten zuständig bin, brauche ich mich auch nicht unter Druck setzen.