Kindertraining als mein exklusiver Gradmesser. Gedanken zur Chemie. [Update]

Blackbelt

Spuren hinterlassen

*Update am Ende des Artikels

Kindertraining unterscheidet sich in sehr vielen Punkten vom Erwachsenentraining. Für Kinder braucht man in erster Linie noch kein guter Kampfkunstlehrer sein, es ist wichtig sie gut zu unterhalten und somit bei der Stange zu halten. Die Entscheidung ernsthaft, ohne Spiele und so, zu trainieren kommt bei den meisten Kindern noch nicht mit sechs, sieben, neun oder zehn Jahren. Selbst ich mit meinen 27 Jahren kann das noch nicht mal richtig sagen, ich kann es aber als ernsthafter verkaufen.

Wenn Menschen schon in jungen Jahren anfangen Kampfkunst zu trainieren, bekommen sie die Chance ein Körpergefühl zu entwickeln, was ihnen im späteren Verlauf ihres Trainings (ja vielleicht sogar ihres Lebens) sehr nützlich sein kann. Sie können Dinge schneller aufnehmen und schneller lernen. Entscheidet dabei ist aber nicht, das Eintrittsalter sondern die Einstellung regelmäßig zum Training zu kommen.

Ich übe in meinem Kindertraining deswegen Bewegungsübungen ein, die den Kindern helfen sollen oben von unten zu unterscheiden, Füße und Hände in ihrem Sinne zu gebrauchen und eine Orientierung im Raum zu behalten. Nicht alle Kinder fahren darauf ab. Es ist aber ein Unterschied es nicht zu können (dafür kommt ihr ja üben) oder nicht zu wollen (das ist eine Vertrauensfrage). Beim Kindertraing kommt es auf Vertrauen an. Wenn sie dir abkaufen, dass du es gut mit ihnen meinst, hast du sie auf deiner Seite. Oder anders ausgedrückt: wenn sie dich cool finden, wird alles gut!

Hinweis: Alle Beiträge zu meiner Uchi-Deshi Zeit bei Rosmarie Herzig Sensei (4.Dan) im Aikido Dojo Ennetbaden gibt es unter der Kategorie „uchideshi09“

Ich hatte so noch gar nicht darüber nachgedacht aber jede_r Kampfkunstlehrer_in hat ihre ganz speziellen Schüler_innen. Die Auswahl beruht dabei auf Gegenseitigkeit. Mit manchen Kindern kannst ich auf den ersten Blick nichts anfangen, manche Kinder können mir mir auf den ersten Blick aber auch nichts anfangen. Nun ist es meine Aufgabe als Kindertrainer mich soweit zu öffnen, dass die Kinder einen Zugang zu mir und meinen Absichten finden. Auf der anderen Seite müssen sie sich irgendwann auf mich einlassen. Das klingt irgendwie banal aber ich wollte das mal für mich formulieren.

Was bei Kindern offensichtlich wird, gilt auch für Erwachsene. Wenn die Chemie und das Vertrauen stimmt, dann kann man die Sterne (oder den gelben Gürtel) erreichen.

Hilfestellung Gürtelbinden

Eins meiner Lieblingsbilder

*Update

In dem Buch „Die Kunst zu siegen, ohne zu kämpfen: Anekdoten und Geschichten übder die Kampfkünste“ habe ich eine schöne Textpassage gefunden, die nach meiner Meinung nach  gut zum obrigen Text passt.

Die fernöstliche Traditionen sagen uns, die Suche nach dem Weg gleiche dem Erklimmen eines hohen Berges. Wer sich dazu entschlossen hat, wird sich einen Hang auswählen und einen Führer wählen, der ihm den Weg weisen kann. Diese Entscheidungen sind determinierend. Ist der Berg zu steil oder der Führer zu unerfahren, können die Folgen furchtbar sein. Umgekehrt ist ein Erfolg auch mit dem besten Führer nicht garantiert. Zahlreich sind die Hindernisse, schmerzlich die erforderlichen Anstregnungen. Ein groper Kampf ist unvermeidlich: ein ungeheurer Zweikampf mit dem Berg. (Quelle: Die Kunst zu siegen, ohne zu kämpfen: Anekdoten und Geschichten übder die Kampfkünste, Seite 55)

Kinder und Erwachsene suchen sich ihre Lehrer_innen gleichermaßen aktiv aus. Sieht bloß unterschiedlich aus (Stichwort Eltern) und von einem Weg ist am Anfang bei jüngeren oder älteren auch noch nichts zu sehen.

2 Gedanken zu “Kindertraining als mein exklusiver Gradmesser. Gedanken zur Chemie. [Update]

    • vielen dank für die blumen 🙂 das mit dem vertrauen klingt zwar so simpel ist aber gar nicht so einfach umzusetzen. wenn du dann noch die eltern vertrauensmäßig mit ins boot holst, kann sich eine sehr gute und produktive stimmung ergeben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s