ダメ „dame“, gerade sitzen, keine Technik sondern ein Weg

Hopp Schwiiz

Das war vor meinem "dame" - gerade sitzen ist anders

Das japanische Wort „dame“ (ダメ) bekommt ein Uchi-Deshi immer dann zu hören, wenn er einen Fehler macht. Wenn das geschieht, bin ich sehr aufmerksam, höre mir an, was ich falsch gemacht habe und entschuldige mich dann mit „gomen nasai“ (ごめんなさい). Ein „dame“ ist aber kein Rüffel im eigentlich Sinne sondern ein Geschenk. Ich bekomme immerhin die Möglichkeit etwas zu ändern.

Letztens bekam ich ein „dame“, weil ich die Angwohnheit habe, wie ein nasser Sack im Seiza zu sitzen. Ich hatte das schon auf einigen Fotos gesehen aber nicht weiter darüber nachgedacht. Sensei gab mir ein „dame“, sagte  mir worum es ging und nun war es an mir etwas zu ändern.

Vor einigen Tagen las ich dann auf einer Internetseite den Satz „…when you will view aikido not as a ‘jitsu’ (method), but a ‘do’ (way).“ (Quelle: Wisdom) In dem Text ging es im Groben um die Parallelen zwischen Aikido und dem alltäglichen Leben.  Und na ja, dieser Satz traf mich wie der Blitz.

Wie diese drei Dinge für mich zusammenhängen und warum sie mich so beschäfftigen will ich ganz kurz erklären. Kann sein, dass es für die eine oder andere etwas banal klingt aber das ist das, worauf ich mich zu konzentrieren versuche. Die einfachen Dinge.

Aikidomari*

Seiza im Aikidozentrum Dresden

Also ich bekam ein „dame“ zu meiner Sitzhaltung. Dieser Hinweis versetzte mich in die Lage bewußt an meiner Sitzhaltung zu arbeiten. Mit der Zeit dachte ich daran, dass ich es ja jetzt geschafft hätte und wollte mit Sensei darüber sprechen. Dann aber las ich eben diesen Satz über Technik und Weg und mir wurde klar, dass es darum gar nicht gehen kann. Was ich wollte war ein Lob zur gemeisterten Technik. „Gut gemacht Uchi-Deshi“ oder so. Die Fragen waren allerdings, wie lange würde dieses Lob in mir widerhallen, wenn ich denn eins bekäme und was hatte ich denn gemeistert…?

Ich beschloss dieses Thema nicht anzusprechen. Wenn ich gerade im Seiza sitzen will, dann muss ich es wegen mir wollen. Dafür brauche ich kein Lob, sondern die Einstellung tief in mir. Dabei geht es ja nicht nur um eine äußere Form, sondern eine innere Haltung. Diese kommt ja leider nicht von ungefähr, sondern bedarf einer lebenslangen Entwicklung (nicht das ist das genau wüsste, aber ich kann/will mir nicht vorstellen, dass Entwicklung irgendwann aufhört). Und da war er. Der Weg ‘do’ der hinter der Technik ‘jitsu’ zum Vorschein kam.

Hinweis: Alle Beiträge zu meiner Uchi-Deshi Zeit bei Rosmarie Herzig Sensei (4.Dan) im Aikido Dojo Ennetbaden gibt es unter der Kategorie „uchideshi09“

Das „dame“ von Sensei war also ein Geschenk. Ein Stück weit habe ich das Gefühl etwas für mich verstanden zu haben. Was auch immer das sein mag. Vielleicht ist es auch nur so ein Gefühl. Sicher bin ich mir nicht aber zumindestens sitze ich jetzt gerade 🙂

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