Warum Aikido? (noch 5 Tage)

CC Aikido master via flickr von Matteo.Mazzoni

CC "Aikido master" via flickr von Matteo.Mazzoni

An der Überschrift habe ich jetzt ne ganze Weile gesessen. Eigentlich sollte sie mehr transportieren, was besseres wollte mir aber einfach nicht einfallen.

Was Aikido für die vielen unterschiedlichen Aikidokas bedeutet, kann ich nicht sagen. Sie sind aus dem unterschiedlichsten Gründen auf der Matte, haben unterschiedliche Lieblingstechniken und bevorzugen verschiedene Lehrmethoden.

Wie die Antworten auf die Frage „Warum Aikido?“ für mich lauten, will ich hier kurz erklären.

Aus welchem Grund trainierst du Aikido? – Weil alle mitmachen können!

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Werfen oder geworfen werden. Eine Frage der Perspektive.

Ich trainiere Kampfkünste seit 1998. Länger noch als Aikido trainiere ich I-SHIN. Dort habe ich neben den klassischen Karatetechniken und Schlag und Tritttechniken eine Leidenschaft fürs Werfen entwickelt. Ich bin knapp 1.80m groß und wiege 86kg. Mir fiel es also meistens sehr leicht zu werfen.

Noch mehr Spaß machte mir allerdings das geworfen werden.  Im Aikido kommen nun mehrere wichtige Sachen zusammen. Ich will schwerere und leichtere Aikidokas werfen und und von ihnen geworfen werden. Das System im Aikido erlaubt das in einem sehr großen Maße. Das ist doch ein guter Grund, oder? 🙂

Lieblingstechnik? – Ukemi!

Ukemi Waza bedeutet soviel wie die Technik (Waza) des Fallens (Ukemi). Es gibt mehrere Möglichkeiten im Aikido zu fallen. Eine einfache Variante ist die Vorwärts oder die Rückwärtsrolle. Diese muss lange und intensiv geübt werden um Verletzung vorzubeugen.

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Fotomontage Studie "Highfall" mit Shihan Bill Witt und mir 🙂

Eine weitere Möglichkeit ist der sogenannte „Highfall“. Wie der Begriff schon sagt, fällt man dabei aus einer größeren Höhe und kann dabei nur schwer Rolle ansetzen. In der Luft, muss man sich ein eine Position bringen, die für dein eigenen Körper so ungefährlich wie möglich ist. Ich habe nach langer Suche einen Weg gefunden (nicht erfunden!) auch aus großer Höhe eine Rolle zu machen. Als ich in Dresden war, wollte es leider noch nicht klappen und ich hielt mich für unfähig. Danke an dieser Stelle an Christoph, der es geschafft hat, mir diese Art des Fallens näher zu bringen.

Lehrmethoden? – Viele Wiederholungen bei viel Bewegung!

Der Aikidokinderklasse habe ich letzten Donnerstag verraten, wann mir Aikido am meisten Spaß macht. Was ich persönlich mag sind viele Wiederholung bei viel Bewegung. Ich bevorzuge kurze Erklärungen und die Möglichkeit das Gesagte umzusetzen. Üben > Erklärung > Übung > Nächste Technik. Hier finde ich eine Mischung aus statischen Anfangssituationen mit Übergang zur Technik in Bewegung sehr schön.

Video: Saito Sensei hat höher geworfen als viele andere. Seine Ukes brauchten ein gutes Ukemi. Und glaubt mir mal, wenn ich sagen, dass es besser für dich ist, wenn du so hoch fällst. Wirklich!

Video: unter dem Motto: „Um so schneller sie kommen um so härter werden sie fallen“. Schöne Fallschule und etwas sanfter als im ersten Film.

Als O-Sensei Tokio in Richtung Iwama verließ… (noch 6 Tage)

CC Apresentação de Aikido via flickr von Felipe Vieira

CC "Apresentação de Aikido" via flickr von Felipe Vieira

…war die Entwicklung des Aikidos noch lange nicht abgeschlossen*. O-Sensei entwickelte bis zu seinem Tod in Iwama sein Aikido beständig weiter. Hier trainierte er auch mit dem Stock (Jo) und dem Holzschwert (Bokken). Darauf hatte er in Tokio verzichtet, weil er die Städter_innen noch nicht für reif genug hielt.

Bei den waffenlosen Techniken (Tachi Waza) unterscheiden sich die Aikidostile, meiner Meinung nach, in keinem so großen Maße. So viele Möglichkeiten gibt es aber auch nicht ein Handgelenk richtig zu verbiegen. Meistens sind es die Lehrmethoden, die die Stile so unterschiedlich erscheinen lassen. Wird im Aikikai von Anfang an sehr dynamisch und in Bewegung geübt, gibt es im Iwama-Ryu einen eher statischen Zugang zur Technik. Ich habe beide Stile trainiert und von beiden profitiert.

Die Waffentechniken unterscheiden sich hingegen deutlicher. Saito Sensei trainierte als Uchi Deshi lange mit O-Sensei in Iwama. Nach seinem Tod goß Saito die Waffentechniken in ein gut erlernbares System. Es handelte sich um die Techniken von O-Sensei mit dem Filter von Saito Sensei. Andere Aikidostile haben andere Schwertkunsteinflüsse, wie Iado oder Kendo. Eine Vermischung beider Waffenformen fiel mir bis jetzt immer schwer, weil man wieder von vorne anfangen muss.

Heute zwei Videos von zwei Aikido Meistern, die viel fürs Aikido auf der ganzen Welt getan haben.

Video: Aikido mit Saito Sensei (langjähriger Uchi Deshi von O-Sensei in Iwama)

Video: Aikido mit Doshu Kisshomaru Ueshiba (O-Senseis Sohn und Oberhaupt des Aikikai)

* Ich finde ja, dass sie nie abgeschlossen werden kann.

So viele verschiedene Aikidostile, und am Ende hast du nur einen. Deinen Eigenen (noch 7 Tage)

CC Tyler and Julia at Aikido via flickr von inky

CC "Tyler and Julia at Aikido" via flickr von inky

Um eins von vorne herein klarzustellen. Für mich gibt es so viele Aikidostile wie es Aikidokas gibt. Soll heißen, dass jede Aikidoka sich von der neben ihr unterscheidet.

Natürlich ist es nicht ganz so einfach. Du kannst Aikikai Aikido (Einfluss aus Tokio), Iwama Ryu (Einfluss aus Iwama) oder Ki-Aikido (Einfluss Koichi Tohei) …. trainieren. Die meiste Reibung gibt es aber nicht auf der Matte sondern in der Politik. Die nicht mit dem, weil der mit der usw. usf.. Das ist sehr schade und konterkariert irgendwie den Willen von O-Sensei, der sich wie folgt ausdrücken lassen könnte „Möge Frieden auf Erden sein“.

Hilft alles nichts. Am Ende ist es die Lehrerin und deine Einstellung, die den Unterschied machen.

Das heutige Video zeigt  Aikikai Shihan Christian Tissier aus Frankreich. Diese fließenden Bewegungen und das festgelegte Verhalten der Angreiferin, auf die in diesem Stil besonderer Wert gelegt wird, sind auch für mich ein wichtiger Teil des Aikido. Hier habe ich die Möglichkeit mich gegenüber meiner Partnerin und mir selbst ganz ohne Worte auszudrücken.

Aikido – „Der Weg der Harmonie mit der Energie des Universums“ (noch 8 Tage)

Aikido via Wikipedia

Aikido via Wikipedia

Die Übersetzung von „Aikido“ ist für viele Menschen, die sich noch nie mit dem Hintergrund dieser Kampfkunst beschäftigt haben, sicherlich schwer zu greifen. Ich als aktive_r Aikidoka bin ich natürlich auch noch nicht hinter das gekommen, was O-Sensei mit dem „Weg der Harmonie mit der Energie des Universums“ gemeint haben könnte.

Das einzige, was ich denke verstanden zu haben, ist, dass die Antwort auf die Frage nach der Bedeutung des Wortes und des Aikidos an sich, nur im regelmäßigen Training und somit in mir selber liegt. Da ist es auch egal ob Uchi oder Soto – Deshi.

Das heutige Video zeigt den Begründer bei einer für mich sehr beeindruckenden Vorführung aus dem Jahre 1935. Ihr könnt ja mal versuchen den „Weg der Harmonie mit der Energie des Universums“ in diesen Filmaufnahmen zu finden 🙂

Uchi-Deshi, die innere Schülerin (noch 9 Tage)

06.17 Uhr - Berlin

Ein hübscher Ausblick um 06.17 Uhr

Gestern habt ihr erfahren, dass die Uchi-Deshi im Dojo wohnt und die jeweilige Meisterin im Training und bei Dojoarbeiten so gut wie möglich unterstützt. Das Wort japanische Wort „Uchi“ heißt auf japanisch so viel wie „innen“ und „Deshi“ wird mit „Schülerin“ übersetzt. Also: Uchi-Deshi = Innere Schülerin.

In Abgrenzung zur inneren Schülerin, gibt es im Dojo auch eine äußere Schülerin im Dojo. Die Soto-Deshi:

Während der Soto-Deshi die technischen Aspekte einer Kampfkunst lernte, wurde der Uchi-Deshi eingeweiht in die „inneren“ Dinge. Erst wenn der Meister von der Ernsthaftigkeit eines Schülers überzeugt war, konnte dieser zum Ushi-Deshi werden. Im Gegensatz zum Soto-Deshi war er nach außen hin kaum sichtbar, aber ihm wurden die wahren Hintergründe der Kampfkunst und die verborgenen Elemente einer Form (Kata) durch den Meister gezeigt. Er wurde später zum Nachfolger des Meisters und führte seinen Weg fort. (Wikipedia)

Ein_e Uchi-Deshi zu werden, bietet mir die Möglichkeit, mich intensiv und ausschließlich mit der Kampfkunst Aikido zu beschäftigen. Ich habe ein paar Fragen an mich selbst, die ich mir in diesen drei Monaten gerne beantworten möchte.

Die heutigen Aikidofilme sind die Fortsetzungen zur gestrigen Dokumentation “Rendevous with Adventure” aus dem Jahr 1958. Das Interessante für mich an diesen Filmen ist, wie offen sich der Begründer des Aikido (Ueshiba Morihei)  gegenüber dem amerikanischen Fernsehteam präsentiert. Viel Spaß beim Gucken.

Der Countdown läuft. 10 Tage noch bis zu meiner Zeit als Uchi-Deshi.

In 10 Tagen ist es soweit. Ich fliege nach Zürich und werde dort drei Monate als Uchi-Deshi leben. Da viele Menschen nicht wissen was ein_e Uchi-Deshi ist und macht, hier die kurze Erklärung aus Wikipedia:

Der Uchi-Deshi wohnte im Dōjō des Meisters. Er sorgte für die Organisation des Trainingsbetriebes und half bei Haushalts- und Büroarbeiten. Dafür bekam er Verpflegung, persönliche Zuwendung und erfuhr eine intensive und detaillierte Trainingsunterweisung durch den Meister. (Wikipedia)

Ob das bei mir auch so laufen wird, kann ich natürlich noch nicht sagen, werde es aber regelmäßig dann hier im Blog tun, wenn ich es weiß. Soll heißen, dass in den drei Monaten dieses Blog als Reise- und Erfahrungstagebuch herhalten wird.

Bis zu meiner Abreise werde ich jeden Tag ein Aikidovideo vorstellen. Heute der erste Teil einer Dokumentation aus dem Jahr 1958 mit dem Titel „Rendevous with Adventure“. Hier sind unter anderem O-Sensei (Begründer des Aikido), Kissshomaru Ueshiba und Koichi Tohei zu sehen.

Mach die Augen auf. Fleischkonsum ist nicht normal! Meat Out 2009

Es stimmt schon, mit der Zeit wurde ich auch ruhiger was meinen Vegetarismus betraf. Am liebsten spreche ich gar nicht mehr darüber. Ich will darauf verzichten zu erklären, warum ich kein Fleisch esse. Ich esse einfach keins. Nein, auch keinen Fisch. das macht nämlich keinen Unterschied, ob Kuh oder Lachs.

Aber manchmal da will ich dann doch was sagen. Besonders wenn es eine so tolle Aktion wie das Meatout 2009 ansteht.

Im Rahmen der weltweiten MEATOUT Kampagne wird es am Samstag den 21. März ab 12 Uhr eine Gemeinschaftsaktion mit den Tierversuchgegnern Berlin und Brandenburg e.V. der Ortsgruppe des Vegetarierbundes Deutschland e.V. dem Netzwerk Nandu für Tierbefreiung, Ökologie und globale Gerechtigkeit, der Tierschutzpartei-Berlin und der Löffelrevolution geben. (Quelle: vegan berlin)

danilola stellt jeden Tag einen Song in seinen Blog und der Aktuelle hat es mir angetan.