[Nachruf?] Buchliest ist tod – es lebe Buchliest!

Am zweiten August 2007 startet ich in der Stadtteilbibliothek Berlin Buch das Projekt Buchliest. In Anlehnung an das Weblog der Jugendbibliothek Solingen versuchte ich ein Projekt auf die Beine zu stellen, mit dem sich die von Sparzwängen gebeulteten Bibliothek neu und anders profilieren sollte.

Ich schrieb Rezensionen über allerlei DVDs (das ging einfach schneller) und konnte eine Nutzerin sogar dazu bewegen einen Bericht über Isolde Heynes Buch „Hexenfeuer“ selbst im Weblog einzustellen. Die Leiterin der Bibliothek übernahm das Bloggen nach dem Ende meines Praktikums.

Das Projekt, so wie ich es konzipiert hatte, bekommt einen Nachruf, weil alle Beiträge aus den Jahren 2007 und 2008 gelöscht wurden. Eine Unachtsamkeit genügt und ein Weblog verarbschiedet sich ins Datennirvana. Das Netz hat Buchliest bereits vergessen.

Jetzt liegt es an der Stadtteilbibliothek Berlin-Buch weiter zu bloggen und das Projekt zu neuem Leben zu erwecken. Ich hoffe, dass es an dieser Stelle weitergeht.

5 Gedanken zu “[Nachruf?] Buchliest ist tod – es lebe Buchliest!

  1. Andi schreibt:

    Ich glaube, die Frage muss man auch mal genereller Natur stellen: Einerseits werden im Web Informationen über Jahre gespeichert und mehrfach redundant „gebackup-ed“, die hoffnungslos veraltet sind. Oft stolpert man über Dinge, die sind zwar lustig, aber längst nicht mehr richtig. Andererseits kenne ich genügend Leute, die sich auch über eigene Datenverluste sehr lange ärgern, nicht nur die im Netz beschriebenen. Was Blogs und andere Dinge, auf die ich nur online zugreifen kann, betrifft (zum Beispiel shared documents und solche Geschichten), speichere ich sie im Zweifelsfall auch auf der Platte. Wenn es geht… Mit einem halbwegs cleveren Workflow dauert das nur ein paar Sekunden mehr. Hat den Vorteil, dass ich erstens unabhängig von der Verbindung zum Internet bin, wenn ich etwas brauche, das ich sonst nur online habe und muss mich nicht mehr ärgern, wenn ich Texte oder eine ganze Seite aus Versehen gelöscht habe. Ging mir auch schon mehrmals so. Da bleibt zwar die eigene Datensicherung nicht aus, aber die Haltbarkeit von digitalen Daten ist eh noch ein Thema, und das Fass will ich jetzt mal nicht aufmachen.

    Viele Grüße,

    Andi.

  2. @Andi was die Datenspeicherung betrifft, finde ich tote Weblogs ja noch ganz niedlich. Ich will gar nicht wissen wieviel die großen und kleinen Webfirmen (Google, Yahoo…) auf ihren Server speicher. Viacom wollte von Google immerhin schon mal 45 Terrabyte Logfiles haben. 45 Terrabyte. Das kann ich mir nicht mal vorstellen.
    Was die Datensicherung auf dem heimischen PC betrifft, muss ich mir auch mal ein Backup einrichten…

  3. Andi schreibt:

    Okay, 46 TB sind echt eine Menge. Und logfiles bestehen bekanntlich fast ausschließlich Text bzw. Unicode-Kram…ich meine, aus keinem anderen Grund, eben wegen solcher Infos über Nutzer und deren Verhalten wurde und wird so wahnsinnig viel Geld in social networks wie studiVZ, myspace etc. investiert. Aber damit kenne ich mich nicht so aus, ich halte lieber den Mund.
    Was Backup angeht, habe ich einiges aus meinem Zivi in der Rössle-Klinik behalten: Dort wurde neben (lokalen) Arbeitskopien eine Sicherungskopie auf gegspiegelten Platten gemacht. Zuhause ist das natürlich etwas aufwendig, aber es gibt mittlerweile einige Anbieter, die externe Platten mit RAID-1-System anbieten. Hat 2 Vorteile: physikalische Trennung vom Hauptcomputer und großer Schutz vor Defekten durch die doppelte Speicherung – ist eine Platte kaputt in 5-10 Jahren, wechsle ich sie aus. Ich benutze im Moment ein System von WesternDigital mit einem Backup-Hintergrundservice, der von ausgewählten Verzeichnissen ständig einen Abgleich macht. Das geht selbstgebaut sicherlich billiger, aber dafür fehlte mir die Zeit und auch die Kenntnis. OpenSource gibts dafür auch, haben wir in der Uni benutzt, müsste ich nochmal suchen, wie das hieß. Totale Datencrashs sind der Horror, der schon zu vielen Bekannten passiert ist.

    Was zum Beispiel meine Arbeit mit Fotos+Filmen angeht (v.a. Fotos, denn DV habe ich notfalls ja noch auf dem Original-Band), ist die Frage nach langfristiger Archivierung nicht gelöst. CDs/DVDs sind nicht das wahre. MODs sind nicht nur aus der Mode, sondern auch zu langsam und quasi nicht praktikabel für den Heimgebrauch, wenn auch ungleich haltbarer, da vor allem lichtunempfindlich und auch mechanischen Beeinträchtigungen wesentlich mehr gefeit. Mit Kopien auf Band ists ebenso, was die Nutzbarkeit angeht – viel zu aufwendig und langsam. Fotonegative halten sich bei guter Lagerung durchaus mehrere Jahrzehnte, bei digitalem Material bin ich mir nicht sicher, was in 10 Jahren ist. Vor einiger Zeit habe ich Disketten, die 8-9 Jahre alt waren, mal nach alten Dokumenten durchgesehen, davon war die Hälfte „nicht formatiert“. Bei normalen Temperaturen+Luftfeuchtigkeiten gelagert. Tja. War zwar nichts wichtiges, aber sagt schon einiges über die Lang- oder eher Kurzlebigkeit von Daten.

    A.

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