[AGG] Eine zahnlose Tigerin kann nicht beißen. Der Fall Sule Eisele.

Am 28.Januar diesen Jahres, schrieb ich den Artikel „Alles! Nur nicht Mutter werden!„. Meine Quintessenz war damals:

Solange Kinder nicht in der Mittagspause entbunden werden können, wird es ohne Mutterschutz und Elternzeit (die Sule Eisele übrigens nicht beantragt hat) mit dem Kinderkriegen wohl nichts.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) hat auf dem Prüfstand gestanden und in erster Instanz versagt. 10800€ werden Sule Eisele zugesprochen. Das sind die wohl in Arbeitsgerichtsverfahren üblichen drei Monatsgehälter. Warum nicht die geforderten 500.000€?

Richter Krampe gestand Eisele zwar zu, dass ihre Versetzung nicht in Ordnung war, doch lehnte er Hunderttausende Euro Entschädigung als übertrieben ab.

Ah ja. <<< Also. Zurückspulen und von vorn.

Alles! Nur nicht Mutter werden!

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    „Das Urteil ist wirklich ein Schlag ins Gesicht aller Frauen (und auch Väter, die Vergleichbares erlebt haben), die ihre Hoffnungen auf diesen Präzedenzfall gelegt haben. In Deutschland wird noch nicht so selbstverständlich geklagt wie zum Beispiel in den USA, deswegen war der Schritt Sule Eiseles umso mutiger. Viele Frauen, denen Ähnliches oder Gleiches passiert, wissen zwar, dass sie eigentlich vor Gericht ziehen können, tun es aber meist nicht, weil eben die Rechtspraxis in Deutschland so ist, dass sich vor Gericht nur der jeweilige Arbeitsplatz und drei Monatsgehälter einklagen lassen. Aber wer, bitteschön, möchte an einem Schreibtisch sitzen, der demjenigen gehört, gegen den man geklagt hat?“
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6 Gedanken zu “[AGG] Eine zahnlose Tigerin kann nicht beißen. Der Fall Sule Eisele.

  1. JoJo schreibt:

    Der Richter sah die Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes als erwiesen an. DESWEGEN muss die R+V ja Strafe zahlen. Und das ist der Skandal. Erwiesene Diskriminierung kostet weniger als die Portokasse. Und die R+V brüstet sich damit, dass sie wegen Diskriminierung nur 10.800 zahlen muss. Allerdings vergisst sie zu erwähnen, dass die Versetzung ungültig war und deswegen auch kein Schadenanspruch besteht. Wenn die Klägerin ihr altes Gebiet bekommt, muss man ihr kein Schadenersatz wegen der Versetzung mehr zahlen. In der Sache hat die R+V glatt verloren. In der Summe wird wohl bei Europäischem Gerichtshof entschieden…

  2. JoJo schreibt:

    Die Summe war nicht blindwütig. Der größte Teil war als Ersatz für den weggenommenen Arbeitsplatz. Da die R+V den Arbeitsplatz aber nicht wegnehmen durfte, behält die Klägerin den Arbeitsplatz. Also bekommt sie keinen Schadenersatz – sie bekommt den Arbeitsplatz wieder zugesprochen. Also hat sie auch da im Grunde gewonnen. Die Unverschämtheit ist aber, dass der Richter die R+V wegen Diskriminierung schuldig spricht und diese triumphiert, weil sie für 10.800 Euro diskriminieren durfte. Sie sollte sich eher schämen, dass sie zu den ersten Unternehmen in Deutschland gehört, die wegen Diskirminierung aufgrund von Schwangerschaft und Mutterschaft verurteilt wurde. Und dann warten wir noch ab, was sie nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs sagt…

  3. Jan schreibt:

    Ich hoffe, man verzeiht mir, dass ich so viele Links angeben werde. Das Thema ist doch komplexer.

    Es ist nicht das erste Mal, das die R+V mit Diskriminierungen auffällt.

    Vor ein paar Jahren wurde darüber berichtet, dass die R+V Schwule diskriminiert.

    http://www.test.de/themen/versicherung-vorsorge/meldung/-Lebensversicherung/1146377/1146377/

    Die Diskriminierung von Ausländern bei der Autohaftpflichtversicherung war bei der R+V auch an der Tagesordnung:

    http://www.zeit.de/1994/35/Schlimme-Szenen-spielen-sich-oft-auch-hinter-den-W

    Über andere Probleme mit der R+V oder damit verbundener Unternehmen konnte man sich hier ein Bild machen:

    http://www.stern.de/tv/reportage/:Reportage-VOX-Wenn-Versicherung/624938.html

    Um nicht zu zahlen, unterstellte die R+V den Geschädigten Brandstiftung.

    Die Vorgehensweise der Branche kann man hier beispielhaft auch gut erkennen:

    http://www.stern.de/wirtschaft/finanzen-versicherung/versicherung/:Haftpflichtversicherungen-Ausgebremst/608920.html

    Auch hier ist wohl die R+V dabei:

    http://www.captain-huk.de/allgemein/control-expert-und-die-anwaltsgebuehren-positive-entscheidung-des-ag-moers-18-geschaeftsgebuehr/

    In der Branche zählen Menschen wenig. Ob als Mitarbeiter oder als Kunden – jedenfalls wenn diese ihre Rechte auch tatsächlich in Anspruch nehmen wollen.

    Aber der absolute Hammer ist für mich, dass diese Firma sich auch noch damit brüstet, dass sie auch sexuelle Belästigung abdeckt.

    https://online.ruv.de/kredit/content/portal/makler/aktuelles/archiv/agg_police.jsp

    Daraus: “R+V übernimmt auch – wieder als einzige Versicherung – die Rechtsschutzkosten, wenn es noch nicht um Schadenersatz, sondern nur um einen Widerruf oder Unterlassung geht – etwa bei sexueller Belästigung oder ehrverletzenden Aussagen.
    Noch eine Besonderheit bei R+V: Neben den zivilrechtlichen Klagen, etwa wegen Mobbing oder entgangener Beförderung, schließt die Police auch strafrechtliche Verfahren ein, die bei Beleidigungen oder sexueller Belästigung eingeleitet werden.”

    Es gibt vielleicht einen guten Grund, warum die anderen Versicherungen sexuelle Belästigung ausschliessen. Ich finde dieses “Alleinstellungsmerkmal” der R+V absolut UNAKZEPTABEL und entwürdigend!

    Zum Umfeld Volks- und Raiffeisenbanken gäbe es auch sehr viel zu sagen. Ich zitiere: “”In der Regel haben die Leute nicht die Nerven, sich zu wehren”, bestätigt Christina Frank, die bei der Gewerkschaft Verdi in Stuttgart arbeitet. Frank berichtet, wie häufig Frauen bei Volks- und Raiffeisenbanken benachteiligt würden, lauter Fälle, die bei ihr auf dem Schreibtisch gelandet seien.” Aus: http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/413/433162/text/

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