[WSB] Geschichtliches über Weblogs

Ich habe jetzt eine ganze Weile gebraucht um mich wieder an das wissenschaftliche Arbeiten und Schreiben zu gewöhnen. Ob mir das gelungen ist, weiß ich noch nicht. Zumindestens habe ich den ersten Teil fertiggestellt. Dieser beinhaltet allerlei:

  • Eine kurze Geschichte des Internets
  • Der Begriff „Weblog“, „Blog“ und „Blogger/Bloggerin“
  • Weblogs – Ursprünge im Internet
  • Merkmale von Weblogs – Wo liegt der Unterschied?

Wer etwas nicht versteht oder Anmerkungen hat, ist herzlich eingeladen in den Kommentaren ein Feedback zu hinterlassen. Danke schon mal an Kritzel für die hilfreichen Anmerkungen in der Posproduktion 🙂

Ich gebe zu bedenken, dass die Arbeit formal noch nicht überarbeitet ist und es sich bei dem vorliegenden Auszug um eine Arbeitsprobe handelt.

Geschichtliches

Eine kurze Geschichte des Internets

In den 60er Jahren forschten in den USA Wissenschaftler_innen um den amerikanischen Psychologie Professor Joseph C.R. Licklider daran, dass Institutionen Informationen mit Hilfe von Computern austauschen konnten. Die US-Luftwaffe gab im Jahr 1962 ein Projekt in Auftrag, dass 1969 bereits mehrere für das US-Verteidigungsministerium forschende US-amerikanischen Universitäten, über Telefonleitungen miteinander verband. Das sogenannte ARPANnet (Advanced Research Projects Agency Network) war ein dezentrales Netzwerk für fortgeschrittene Forschung, welches bereits damals wichtige Kernelemente des heutigen Internets enthielt.

Mit dem Wechsel von militärischer zu akademischer Forschungsförderung in den 70er Jahren begann die internationale Ausbreitung und Etablierung des Internets. Weltweit schlossen sich Forschungseinrichtungen an das Internet an. So wurde zum Beispiel im Jahr 1984 an der Universität Karlsruhe die erste Email empfangen, 1986 gab es die ersten Internetadressen mit der Endung DE, für Deutschland.

Tim Berners-Lee, Mitarbeiter des Europäischen Kernforschungslabor (CERN) in der Schweiz, das unter anderem für den größten Teilchenbeschleuniger der Welt bekannt ist, verfasste im Jahr 1989 ein Dokument mit dem Titel „Informations Management – eine Anregung“. Mit seinen Überlegungen über die Informationsspeicherung und Bereitstellung in einem sich ständig verändernden und dezentralen Arbeitsumfeld, legt er den Grundstein für das, was heute als das World Wide Web – WWW (dt. Weltweites Netz) bekannt ist.

A problem, however, is the high turnover of people. When two years is a typical length of stay, information is constantly being lost. The introduction of the new people demands a fair amount of their time and that of others before they have any idea of what goes on. The technical details of past projects are sometimes lost forever, or only recovered after a detective investigation in an emergency. Often, the information has been recorded, it just cannot be found. (Quelle)

Ausgehend von regelmäßigen Veränderungen beim Personal und der Menge an Informationen bei Projekten am CERN, entwarf er ein dezentrales System von vernetzten Informationen, dass das Auffinden ermöglichen und einen Verlust derselben verhindern sollte. Weiter schrieb er, dass das CERN und die aus der Struktur entstehenden Probleme eine Miniaturversion der Welt seien, wie wir in ein paar Jahren erleben würden.

The problems of information loss may be particularly acute at CERN, but in this case (as in certain others), CERN is a model in miniature of the rest of world in a few years time. CERN meets now some problems which the rest of the world will have to face soon. (Quelle)

Tim Berners-Lee gilt durch seinen wegweisenden Entwurf eines Informations-Managment-Systems, dass die Ideen aus den Anfängen der digitalen Vernetzung aus den 60er und 70er Jahren konsequent weiterentwickelte, als der Erfinder des modernen Internets. Die Umsetzung seines Konzeptes mit Hilfe von WWW-Software wurde erstmalig im Jahre 1991 am CERN eingesetzt.

Mit der Abschaltung des militärischen ARPANnet im Jahre 1990 begann die Kommerzialisierung des Internets. Diese war gekennzeichnet durch die Privatisierung von Internetzugängen, einem Strom an Werbebotschaften und der zunehmenden Orientierung von Firmen im neuen Medium. Im Mai des Jahres 1993 präsentierte zum Beispiel der MTV Mitarbeiter Adam Curry ein privates Informationsangebot für Musiker_innen und Vertreter_innen der Musikindustrie auf mtv.com.

In Gesprächen mit führenden Angestellten von MTVN und deren Mutterfirma Viacom New Media hieß es, MTV habe kein Interesse am Internet, hindere Curry aber auch nicht an seinen Aktivitäten. (Quelle: Wikipedia)

Erst sieben Monate später, eine Zeitspanne, die heutzutage nicht mehr denkbar ist, erkannte MTV die Möglichkeiten des Internets und forderte Curry auf seine Aktivitäten auf mtv.com einzustellen um mit einem eigenen kostenpflichtigen Angebot zu starten.

Im Januar 1994 forderte MTVN Curry förmlich auf, die Verwendung von mtv.com einzustellen. Dennoch verwiesen MTV-Sendungen weiterhin auf diese Adresse, und ein führender Angestellter bat Curry im Februar, bestimmte Informationen in seiner Seite aufzunehmen. Inzwischen hatten MTVN und AOL einen Vertrag abgeschlossen, um einen kostenpflichtigen Dienst anzubieten, der unter anderem ein schwarzes Brett für Musikprofis beinhalten sollte, das dem von Curry auffällig glich. MTVN verklagte Curry unter anderem wegen des Verstoßes gegen Trademark-Ansprüche auf Freigabe der Domain mtv.com. (Quelle: Wikipedia)

Die Anfänge des Internets waren viel versprechend. Mit der Kommerzialisierung gab es auch immer mehr Firmen, die ihr Angebot über das Internet vertrieben oder sich einzig auf Dienstleistungen im Internet spezialisierten. Die Folge dessen war eine Expansion, auch im Aktiengeschäft.

Um ihr Geschäft weiter auszubauen, besorgten sie sich über einen Börsengang zusätzliches Kapital. Da der Firmenname häufig der Homepage-URL entsprach (die für kommerzielle Anbieter in der Regel mit .com endet), wurde diese Boomphase auch als Dotcom-Boom (engl. dot zu deutsch: Punkt) bezeichnet.

Die Überbewertung der Aktienkurse der Internetfirmen verursachte im Jahr 2000 einen Börsencrash, der die Entwicklung des Internets dämpfte aber nicht beendete. Dieser Crash wird heute als „Platzen“ der „DotCom-Blase“bezeichnet.

Viele der gegründeten Internet-StartUps mussten wieder schließen, insbesondere Geschäftsmodelle, die sich allein über Werbung finanzieren sollten oder sogar den Surfer für den Erhalt von Werbung bezahlen lassen wollten (Paid4-Szene), konnten sich nicht halten. Die inzwischen etablierten Internet-Firmen wie Amazon, eBay oder Google waren jedoch nicht so stark betroffen, dass ihre Existenz gefährdet wäre.

Bis heute entwickelt sich das Internet in einem so rasanten Tempo weiter, dass es selbst für intensive Internet_nutzerinnen unmöglich geworden ist alle Entwicklungen im Internet zu kennen geschweige denn auszuprobieren. Ein Phänomen, dass von Anfang das Internet begleitet hat, sind Weblogs. Wo die Ursprünge liegen und welche Merkmale sich daraus ableiten, kläre ich im Folgenden Absatz.

Der Begriff „Weblog“, „Blog“ und „Blogger/Bloggerin“

Der Begriff „Weblog“ wurde erstmalig von Jorn Barger auf seiner Internetseite http://www.robotwisdom.com/ im Dezember des Jahres 1997 verwendet. Er setzt sich zusammen aus den Worten „Web“ (dt. Netz/Internet) und „Log“ (dt. Fahrtenbuch) und meinte folglich das persönliche Fahrtenbuch einer Internetnutzer_in im Internet. Wie in einem Logbuch bei der Seefahrt üblich, sammelte und kommentierte Jorn Barger auf seiner Seite die interessantesten Internetfundstücke in Form einer Linkliste (dt. Verweise auf andere Webseiten) für die Besucher_innen seiner Seite.

Eine weitere Bezeichnung, die im Internet Verwendung findet, ist die aus dem Ursprungswort abgeleitete Verkürzung „Blog“. Peter Merholz nahm im Jahr 1999 auf seiner Seite http://peterme.com den Begriff so auseinander, dass „wee‘ – blog“ (dt. Wir bloggen) entstand. Aus der Benutzung des kürzeren Begriffes „Blog“, leitete sich mit „to blog“ (dt. bloggen) wenig später das Verb ab, mit dem die Tätigkeit einen Eintrag in ein Weblog zu schreiben gemeint war. Diejenigen, die ein Weblog schrieben, wurden in Folge als Blogger/Bloggerinnen bezeichnet. Die erste öffentliche Verwendung des Wortes „Blog“ und „Blogger“ erfolgte mit der Registrierung der Domain http://www.blogger.com am 23.Mai 1999 und dem Start des jetzigen Google Dienstes im August gleichen Jahres (Link).

Ausgehend von der Geschichte der Bezeichnung, könnte das Jahr 1997 als das Geburtsjahr von Weblogs, Jorn Barger als der Erfinder und seine Internetseite http://www.robot-wisdom.com als erstes Weblog bezeichnet werden.

Weblogs – Ursprünge im Internet

Der Mythos, dass Weblogs ursprünglich Onlinetagebücher waren, in dem die Autor_innen persönlich Erlebtes niederschrieben, hält sich in Deutschland bis heute hartnäckig. Bereits im Jahr 2003 ist bei Heise.de zu lesen:

Weblogs wurden ursprünglich als Online-Tagebücher von Privatpersonen bekannt, die darin Berichte von selbst Erlebtem, verschiedene News sowie Listen von kommentierten Links zu anderen Websites veröffentlicht haben. (Quelle: heise.de)

Im Jahr 2008 findet sich auch in der deutschen Wikipedia zu Weblogs der explizite Verweis auf ein Tagebuch.

Ein Weblog [ˈvɛp.lɔk], engl. [ˈwɛblɒg] (Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch), meist abgekürzt als Blog [blɔk], ist ein auf einer Webseite geführtes und damit öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal.

Eine Suchanfrage des Wortes „Tagebuch“ im LEO Onlinewörterbuch ergibt ebenfalls einen Verweis auf Weblog:

blog [coll.] [comp.] – das Internet-Tagebuch

In Deutschland wurde und werden Weblogs häufig als Onlinetagebücher klassifiziert. Damit verbunden ist die Annahme, dass, wie in einem persönlichen Tagebuch, die Einträge persönlicher und somit in vielen Fällen irrelevanter Natur wären. Nicht zuletzt ist dafür sicherlich die unzureichende Übersetzung des englischen Wortes „Logbook“ in „Tagebuch“ verantwortlich. Bei einem Logbuch wird deutlich, dass die täglich niedergeschriebenen Ereignisse subjektiv von der schreibenden Person, zum Beispiel der Kapitänin eines Schiffes, erlebt werden. Ziel eines solchen Buches ist es die Erlebnisse transparent zu dokumentieren um sie später mit Dritten teilen zu können. Ein Tagebuch im engeren Sinne, im Englischen als „Diary“ bezeichnet, ist ebenfalls sehr persönlich geschrieben aber nie dafür vorgesehen mit anderen als sich selbst geteilt zu werden.

Rainer Bartel räumt mit dem Mythos des Onlinetagebücher auf und schreibt dazu treffend in seinem Buch:

Sogar eingefleischt Blogger glauben oft, dass Blogs von Anfang an so etwas wie Tagebücher im Web waren. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Eine der Wurzeln des Internet-Mediums, dass heute unter dem Begriff „Blog“ in aller Mund ist, ist die gute alte Link-Liste.

David Winer, der als ein Pionier des Internets und des Bloggens gilt, schreibt in seiner Geschichte der Weblogs, dass die erste Internetseite http://info.cern.ch/ aus dem Jahr 1991, auch das erste Weblog war. Tim Berners-Lee verlinkte und kommentierte bereits sechs Jahre vor Jorn Barger die Internetseiten, die mit der Zeit online gingen.

The first weblog was the first website, http://info.cern.ch/, the site built by Tim Berners-Lee at CERN. From this page TBL pointed to all the new sites as they came online. (Quelle)

Das erste echte Onlinetagebuch, das diesen Namen auch verdient hatte ging im Jahr 1995 online und wurde von Caroly L Burke betrieben.

Again, back to the point: cognitive landscape is the real, er, subjectively real topology of the mind. [Do I really have to explain „landscape“?] When I wrote my Master’s thesis, my dilemma turned out to be that I had to learn the public languae inorder to say my perfectly reasonable scholarly and interesting things to others so that they’d understand what I actually wanted them to. (Quelle)

Hier veröffentlichte sie unter anderem Gedichte und Geschichten aus ihrem Leben um andere Menschen im Internet an ihrem Leben teilhaben zu lassen.

Weblog – Merkmale

In Abgrenzung zu statischen und monologischen Webseiten, lassen sich aus den oben genannten Ursprüngen immer noch aktuelle charakteristische Merkmale ableiten. Sie werden um die Merkmale ergänzt, die sich erst mit dem technologischen Fortschritt entwickelt haben.

  1. Verlinkung: Wie in den Linklisten aus den Anfängen des Internets, sind Weblogs Internetseiten, die ebenfalls sehr viele Links aufweisen. Zum einen werden die Quellen auf die die Blogger_innen Bezug nehmen direkt im Text verlinkt, zum anderen gibt es auf einem Weblog meist ein sogenanntes „Blogroll“ auf dem die Autor_innen interessante und lesenswerte Internetseiten präsentieren.

  2. Aktualität: Das Internet und die dazugehörigen Linklisten und Onlinetagebücher zeichneten sich von Beginn an durch ihre Aktualität aus. Dazu gehörte unter anderem die Angabe eines Datums zum jeweiligen Eintrag. In den heutigen Weblogsystemen wird das entsprechende Datum automatisch generiert und im Beitrag sichtbar gemacht. Die Internetnutzer_innen können sich somit sicher sein, dass die jeweilige Information aktuell ist oder nicht.

  3. Authentizität: Die Einträge in den Linklisten und Onlinetagebüchern waren von den Autor_innen der einzelnen Seiten selbst heraus gesucht und kommentiert. Eine solche Verknüpfung von Inhalt und Autor_in ist in heutigen Weblogs dadurch gewährleistet, dass unter jedem Beitrag steht, wann und von wem der Beitrag verfasst wurde.

  4. Kategorien/Schlagworte: Jorn Barger sammelte auf seiner Seite robotwisdom.com bereits Links innerhalb von Rubriken, wie „Fun“ „Art“ oder „Shopping“. Auch in heutigen Weblogs, werden die Einträge in bestimmten Kategorien und mit Schlagworten versehen. Besucher_innen sind somit in der Lage sich die Einträge automatisch nach Kategorien filtern zu lassen.

  5. Chronologie: Im Gegensatz zu Logbüchern und dem Onlinetagebuch von Caroly L. Byrke sind die Einträge in heutigen Weblogs umgekehrt chronologisch geordnet. Interessierte sind somit in der Lage den aktuellsten Eintrag auf einen Blick zu erkennen.

  6. Kommentare: Die technischen Entwicklungen haben es möglich gemacht, dass Besucher_innen eines Weblogs direkte Kommentare zu bestimmten Einträgen hinterlassen können. Ähnlich wie in herkömmlichen Foren und Newsgroups, können hier Diskussionen online zu bestimmten Themen geführt werden.

  7. Vernetzung: Ein wichtiges Merkmal ist die Vernetzung von Weblogs und Blogger_innen untereinander. Eine Möglichkeit Teil eines Weblog-Netzwerkes zu werden, ist die persönliche Beteiligung an Diskussionen im Kommentarteil eines Beitrages. Hier haben Blogger_innen die Möglichkeit ihren Namen oder Pseudonym und ihre eigenen Weblog anzugeben. Eine weitere Möglichkeit ist die technische Verlinkung von Weblogs mittels Trackbacks. Wenn eine Blogger_in in ihrem Beitrag eine fremden Beitrag mit Angabe der genauen Adresse zitiert, erscheint im Kommentarteil des zitierten Weblogs ein Kommentar mit einem Hinweis.

  8. Bedienbarkeit: Weblogssysteme sind so angelegt, dass Nutzer_innen, die keine umfassenden Computerkenntnisse besitzen, diese ebenfalls bedienen können. Die Bedienung erfolgt über ein Online Nutzer_innen-Interface, dass dem eines Emailprogramms ähnelt.

  9. RSS: Weblogs generieren RSS-Feeds. Bei einem „Feed“ handelt es sich um ein standardisiertes Datenformat, dass lediglich die inhaltlichen Komponenten eines Weblogbeitrages überträgt. Mit Hilfe von Feed-Readern aber auch von Emailprogrammen, kann ein RSS-Feed abonniert werden. Es erfolgt eine automatische Benachrichtigung, wenn neue Inhalte verfügbar sind.

  10. Permalinks: Jeder Beitrag eines Weblogs bekommt eine eindeutige und permanente Internetadresse zugewiesen. Die einzelnen Einträge sind somit auch über lange Zeit zitierbar und ermöglichen eine dauerhafte Vernetzung (siehe Punkt 7), zwischen einzelnen Weblogs und Beiträgen.

Nicht alle Weblogs werden den Anforderungen vollständig gerecht. So ist zum Beispiel die Authentizität und die Personalisierung in Firmen-Weblogs nicht immer transparent.

Es lässt sich aber zusammenfassen, dass Weblogs leicht zu bedienende, aktuelle, personalisierte und dialogische Webseiten sind, deren Beiträge chronologisch geordnet und eindeutig verlinkt werden.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Internetseiten können Weblogs interaktive Portale sein, die regelmäßige Publikationen, Newsgroups, Linklisten und Diskussionsforen miteinander vereinen. Durch die Trennung von Inhalt und Gestaltung mit Hilfe eines Content-Management-Systems, ist es nicht nur technikaffinen Menschen möglich ein solches Portal zu betreiben, sondern im Grunde allen, die in der Lage sind eine Email zu schreiben.

5 Gedanken zu “[WSB] Geschichtliches über Weblogs

  1. Ich habe deinen gut verständlichen und interessanten Text mal überflogen und zwei Gedanken dazu.

    Ich glaube, das Millitär bzw Verteidigungsminsiterium hat beim ARPA eine weniger große Rolle gespielt, als es in deinem Text erscheint. Zwar gehörte ARPA zum Verteidigungsministerium, die Forschungen dort und die Vernetzung der Unis erfolgte aber soweit ich weiß nicht direkt für millitärische Zwecke, sondern eher aufgrund eines allgemeinen Pushens von (Grundlagen-)Forschung nach dem Sputnik-Schock (mein *Wissen* basiert auf der Lektüre von „ARPA KADABRA. Die Geschichte des Internet“ von Katie Haffner und Matthew Lyon).

    Was den Punkt Authentizität angeht bin ich skeptisch, nicht nur wegen Corporate Blogs, sondern ganz allgemein wegen der dahinter stehenden Subjektvorstellung. Benedikt Köhler hat mal was lesenswertes darüber geschrieben:
    http://blog.metaroll.de/2007/09/12/die-tyrannei-der-authentizitaet/
    Vielleicht ist der Begriff auch irgendwie „zu groß“ um zu beschreiben, dass die Texte auf Blogs (meistens oder im Prinzip) einer Person zuordnenbar sind.

  2. fall schreibt:

    Hallo Marius,
    für mich war einiges neu beim Lesen über die Herkunft der Wörter „weblog“ etc., das ist sehr interessant. Du gehst v.a. kritisch mit den bisher überlieferten Ideen um. Ich unterstütze Dich sehr in bezug auf die Deutung von „Tagebuch“ versus Logbuch. Beim Schiffstagebuch liegt die Betonung auf TAGEbuch, weil man dort jeden Tag reinschreiben muss (Daten, Fakten), beim Tagebuch als diary eher auf BUCH, weil durch tägliches (aber täglich ist gerade nicht notwendig) Schreiben mal ein Buch entstehen kann.
    Interessant ist auch, woher das LOG in Logbuch stammt. Leider habe ich kein etymol. Wörterbuch zu Hause, aber im alten „Volksfremdwörterbuch“ von Wilhelm Liebknecht steht: Log ist niederdeutsch und bezeichnet ein „Instrument, um die Schnelligkeit des Laufes eines Schiffes zu ermitteln“, „loggen“ heißt dann, „die Fahrschnelligkeit des Schiffes mit der Logleine messen“ (auf S. 280; Ausgabe 1948).
    Bezogen auf das Bloggen und das Web als „Ozean“ steckt also schon in dieser Konstruktion von Anfang an, dass es mit dem Bloggen um Geschwindigkeit geht – da kann man noch phantasieren … Viel Spaß, vielleicht regt Dich das an.

    Ich lese Deine Texte gern, aber bitte noch die Interpunktion verbessern beim wissenschaftlichen Schreiben. Gestimmt habe ich auch schon für Dich.
    Nun gute Nacht.

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