[Gender] Sieger? Siegerinnen wohl eher!

Sieger? - hochgeladen von marius.zierold

So sehen doch keine Sieger aus. So sehen Siegerinnen aus! Brechen sich die Werbemacherinnen denn wirklich so einen großen Zacken aus der Krone, wenn sie mal das aufs Plakat schreiben, was auch zu sehen ist.

Oh Moment. Stimmt. „Sieger“ ist ja neutral… Genauso wie die Werbung dieser Sieger. OB, Carefree, Listerine, bebe und Penaten.

Ich verstehe ja, dass viele Leute die Bedeutung von geschriebener und gesprochener Sprache nicht einsehen wollen. Die meisten Kritikerinnen stehen aber auch bereits mit beiden Beinen im Leben. Haben es beruflich und im Leben zu was auch immer gebracht.

Aber was ist mit den jungen Mädchen und Frauen, die keine weiblichen Indiana Jones (Tomb Raider zählt nicht!), James Bonds, Darkwing Ducks oder Han Solos als Rollenvorbilder zur Verfügung haben?

Wäre es an diesem Punkt nicht möglich die deutschen Hockeyspielerinnen als das bezeichnen was sie sind? Als Siegerinnen. Einfach so.

Tut doch keiner weh, oder?

Advertisements

4 Gedanken zu “[Gender] Sieger? Siegerinnen wohl eher!

  1. Bei den Fußballfrauen war es jedenfalls so, dass die das Lied „So sehen Sieger aus!“ selbst gesungen haben. Weiß ja nicht, ob die Hockey-Mädels das nicht auch gesungen haben, was den Einsatz des Liedtitels unverändert rechtfertigen könnte.

  2. @ markus
    schade auch, dass das lied „so sehen sieger aus“, gehen wir einmal streng vom inhalt aus, auch nur von den fußballfrauen gesungen werden durfte. 😉
    bei der nächsten frauen fußball wm wird es dann auch sicherlich gendersensible liedtexte für sieger_innen geben.

  3. Tatsächlich beruht die Forderung nach einer konsequenten Doppelnennung menschlicher Funktionsträger auf einem fundamentalen sprachwissenschaftlichen Irrtum. Die Fehlüberlegung besteht in der Gleichsetzung von biologischer Geschlechtlichkeit und grammatikalischem Genus. Diese Gleichsetzung ist aber unstatthaft, denn es gibt ja drei Genera (Maskulinum, Femininum, Neutrum) aber bloss zwei Geschlechter. Auch wird allem Ungeschlechtlichen (der Ofen, die Wolke, das Fass) ein Genus beigeordnet, was wiederum zeigt, dass biologisches Geschlecht und grammatikalisches Genus keinesfalls gleichgesetzt werden dürfen. Zitat von http://www.bruehlmeier.info/sprachfeminismus.htm

    • Tatsächlich besteht der fundamentale Irrtum darin, dass du denkst, Sprache und Gesellschaft trennen zu können und alles andere als „unstatthaft“ bezeichnest. Ziemlich starker und definitionsmächtiger Tobak um ihn hier zu posten! Eine Anregung für dich gibt es hier:

      „Wir Frauen kennen das: Von klein auf haben wir geübt zu unterscheiden, ob wir mitgemeint sind oder nicht. Wenn wir einen solchen Satz lesen, dann glauben wir keine Sekunde, daß die Hälfte der Flüchtlinge lesbisch sei. Das ist keineswegs ein Defizit in unserem Denken, sondern eine Fähigkeit, die wir schätzen sollten.
      Männern geht diese Fähigkeit zur Unterscheidung meistens ab: Sie glauben, sie seien immer gemeint. Es fällt ihnen (wie zum Beispiel dem Autor des zitierten Textes) schwer, zu unterscheiden, wann von ihnen als Männern die Rede ist, und wann von Menschen allgemein. Sie glauben, das sei dasselbe, womit sie sich natürlich irren. Wenn ein Mann gegen inklusive Sprache polemisiert, so meine Erfahrung, dann tut er es selten aus Frauenfeindlichkeit, sondern weil er tatsächlich nicht in der Lage ist zu verstehen, was das bringen soll.“ (http://www.antjeschrupp.de/inklusive_sprache.htm)

      LG Mari*us

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s