Endlich weiß ich was ich werde.

Ich werde ein vielseitig interessierter, hervorragend ausgebildeter und flexibel einsetzbarer Informationsspezialisten. Ein Visionär mit Leitungskompetenzen.

„Die Studiengänge Bibliotheks- und Informationswissenschaft sind in ihrem Profil auf die Berufspraxis ausgerichtet und verbinden praktische Fragestellungen mit wissenschaftlichen Methoden. Die Einsatzmöglichkeiten für Absolventen erstrecken sich von klassischen Tätigkeitsfeldern etwa in Bibliotheks- und Informationseinrichtungen der Wissenschaft und des öffentlichen Sektors bis hin zum Bereich der Contentindustrie und weiteren rechercheintensiven Feldern der freien Wirtschaft, z. B. Verlagen, der Medienindustrie, Software-Unternehmen etc.“ (Quelle: IBI)

Wenn das so ist, dann kümmere ich mich später um das Web 2.o, Informationskompetenz und Bibliotheken.

Manchmal bin ich sensibel. Pathologisierung.

Ich empfinde Pathologisierungen als unfair:

Pathologisierung ist die Deutung von Verhaltensweisen, Empfindungen, Wahrnehmungen, Gedanken, sozialen Verhältnissen oder zwischenmenschlichen Beziehungen als krankhaft. (Quelle: Wikipedia)

Es stört mich, wenn vermeintliche „normale“ Menschen über andere Menschen in einem krankhaften Ton reden. Es ist für mich wie der Tod des handelnden Subjektes, welches in der Unterhaltung nackt und entmüdigt vor mir liegt. Wie Gerichtsmediziner_innen schauen wir auf ein „Ding“ mit sogenannten „krankhaften“ Merkmalen, die es zu bezeichnen gilt. Es geht um körperliche Merkmale wie „Spasmen“ und „verzerrte Stimmen“. Es geht nie um Individuen. Es geht um „defekte“ Objekte

Wenn ich Menschen zum Beispiel nicht verstehe, dass heißt ich mich mit ihnen nicht verständigen kann, dann kann das verschiedene Gründe haben. Leider werden nur wenige davon pathologisiert. Mein Wunsch: Entweder alle oder keine.

  • Wenn ich mich mit einer Professorin unterhalte und nicht verstehe, was sie mir sagen will, dann habe ich kognitve Einschränkungen oder Lernschwierigkeiten. Ich bin also nicht ganz bei mir. Geistig zurückgeblieben sozusagen.
  • Wenn ich in Tirol bin und die Bäuerin mich nicht versteht dann verfüge ich über eine eingeschränkte Möglichkeit des verbalen Ausdrucks. Sie kann meine verzerrte Stimme nicht auflösen. Ich bin sprachlich zurückgeblieben.

Die Entscheidung ob ich pathologisiere hängt eng damit zusammen, ob ich die Person gegenüber als Normal oder als Nicht-Normal wahrnehme. Wenn ich als „normal“ wahrgenommen werde, wird das Gespräch mit einer Professorin als Einzelfall wahrgenommen. Werde ich als „nicht-normal“ wahrgenommen, ist das Unverständis in dem Gespräch nur die Manifestation meiner Unfähigkeit.

Nur leider ist die Wahrnehmung der Menschen mehr als willkürlich. Sie ist intendiert. Sie beruht aus den subjektiven Superkategorien wie „Menschenkenntnis“, „Erfahrung“, oder „gesundem Menschenverstand“.

Alle Menschen sind unterschiedlich. Nur weil meine eigene „Erfahrung“ mir sagt, dass etwas nicht normal sei, darf ich nicht darauf schließen, dass etwas nicht-normal ist. Wer erlaubt es mir, meinen „gesunden Menschenverstand“ als Norm zu setzen? Wer erlaubt es mir mich über andere zu erheben?

Niemand!