Dopplemoral Weihnachten – Tod und Leben

Das Fest der menschlichen Liebe steht vor der Tür. Die ersten Anfragen nach Weihnachtsmann/frau Auftritten sind bereits eingetroffen. Tote Bäume stehen an jeder Ecke, werden in Netze gepackt und auf den Dächern der Kombis nach Hause gefahren. Na ja und dann ist da noch der Kalender – der weist unmissverständlich darauf hin.

Und … es gibt Gänse/Enten/Puten/Schweine/Kühe…. „Mmh lecker“ denken sich die einen,… die anderen leider nicht. Sie können nicht mehr denken, über ihr Leben reflektieren oder von Zukunft träumen. Sie liegen tot und zerhackt auf den Tellern mit Sauce, Klößen und Rotkohl.

Tot und zerhackt. Das klingt sehr viel grausamer als „im Ofen zubereitet“. Da vergeht einem ja glatt der Appetit. Also lieber „Zubereitung“ sagen. Dann muss ich auch nicht darüber nachdenken, dass vor mir ein totes/getötetes Lebewesen liegt. Ein Individuum sozusagen. Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, ob es vielleicht massivem Stress ausgesetzt war oder ob es Angst hatte. Vielleicht war es auch traurig, wütend oder einfach nur hilflos. Zumindestens ist es tot. Es ist tot an Weihnachten. Das sind Tage an dem die Menschen dem Stress, der Angst, den traurigen und den wütenden Gedanken entgehen wollen. Sie wollen mit der Familie ihrer zugehörigen Gruppe von Indviduen doch nur besinnlich feiern. Niemand soll sterben – zumindestens niemand von uns Menschen.

Luitpold konnte Auguste nicht essen. Er hätte sie selbst töten müssen. Das konnte er nicht. Wie so viele es nicht könnten. Einem Leben ein Ende bereiten?! Kinder und Zuhörer_innen verstehen das. Doch niemand sagt, dass auch auf ihrem Weihnachtsteller eine waschechte Auguste liegt.

Ich bin traurig.

Es gibt keine Entschuldigungen, die den Verzehr von Fleisch rechtfertigen würden. Fleisch ohne Gesicht und ohne Mitgefühl kann mensch nicht entschuldigen mit Verweis auf andere Missstände in der Überflussgesellschaft. Das ist ein billiges Ablenkungsmanöver.

Ein Manöver um das an/zu Weihnachten getötete Lebewesen unsichtbar zu machen. Es wird zu Fleisch ohne Gesicht, ohne Geschichte, ohne Leben und ohne unser Mitgefühl.

Lasst es euch schmecken!

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4 Gedanken zu “Dopplemoral Weihnachten – Tod und Leben

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