Der Zeit voraus? Glaub ich nicht! Internet anders nutzen.

Bild von Daniel F. Pigatto, CC Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 2.0 GenericLangsam hege ich meine Zweifel an der Konsistenz der Bezeichnung “Web 2.0“. Ich zweifle nicht an den Inhalten oder gar an den Vorteilen und Möglichkeiten – nein! Die Bezeichnung ist es, die den Menschen scheinbar zu schaffen macht. Vielleicht ist es ja die vermeintliche Versionsnummer “2.0″. Oder aber die Angst sich noch weiter zu entfremden von der “realen Welt”…oder oder oder.

Was aber bedeutet Web 2.0 in deiner Surfkultur?

Die geneigte Internetnutzerin (auch Du!) bevorzugt tolle Webdienste. Zum Beispiel:

  • Wikipedia. Tolle Inhalte, qualitätiv hochwertig.
  • Rezensionen bei Amazon. Tolle Hilfestellungen zur Kaufentscheidung.
  • Foren. Ein Problem – eine Lösung.
  • StudiVZ (hier gibts kein Link von mir). Die Hälfte aller Studierenden sind drin!

Was die meisten Nutzerinnen dabei nicht wissen ist, dass engagierte Menschen (Laien und Profis gleichermaßen) sich aktiv an der Erstellung der Inhalte beteiligen. Dass sich Menschen vernetzen, weil sie selber nicht mehr nur konsumieren sondern selbst produzieren wollen. Kunst, Kultur und Gesellschaft beeinflussen. Eine “heimliche Medienrevolution” sozusagen.

Warum also? Teilen macht Spaß! Ich und das Web 2.0.

Du beschäfftigst dich mit interessanten Themen, z.B. Leseförderung? Informiere mich!

  • Teile dein Wissen mit Menschen die sich dafür interessieren. Du freust dich doch auch jedes mal wenn du im Internet die Informationen findest, die du suchst. Höre auf zu konsumieren. Stelle selber Informationen ins Netz. Teile! (Hilfestellung: Blogs in Plain English)

Du fotografierst gerne? Zeige es mir!

  • Teile deine Bilder mit Menschen, die sich für Fotografie interessieren. Nicht jede ist eine Fotografin. Nicht jede erfüllt die hohen künstlerischen oder technischen Standarts. Na und? Wenn du die Bilder nur bei dir im Schrank zu stehen hast, wundere dich bitte nicht über das fehlende Feedback. Höre auf zu konsumieren. Teile! (Hilfestellung: Fotosharing in Plain English)

Du bist mit offenen Augen im Netz unterwegs? Hilf mir!

  • Teile deine Fundstücke mit Menschen, die sich für gute Informationen interessieren. Nicht jede Nutzerin, kann auf den ersten Blick erkennen, ob ein Link bei Google Müll enthält ist oder nicht? Nicht alle können so wunderbar mit Informationen umgehen wie du. Höre auf zu konsumieren und mache deine Bemühungen für andere Sichtbar. Du findest eine Seite informativ, dann sammel diese ein einer für andere zugängliche Weise. Teile! (Hilfestellung: Social Tagging in Plain English)

Web 2.0 und Bibliothek 2.0 eine Liaison? Bibcamp 2008

160520081459Eine erste Frage, die auf dem Bibcamp für Diskussionsbedarf sorgt, ist die nach dem Sinn vom “2.0″ Begriff. (Und hier auch gleich der Beitrag von Danilola-was sind kritikpunkkte an einer bibliothek 2.0???.

  • Inwiefern brennt man den Begriff des Web 2.0 ab, wenn man ihn immer wieder verwendet?
  • Wie werden die Belange der Bibliothek 2.0 vermittelt und welchen Vorteil bringt das?
  • Web 2.0 und Nutzer_innen, welche Möglichkeiten ergeben sich? Ergeben sich überhaupt Möglichkeiten?
  • Bibliothek 2.0 als Schlachtruf? Welche Schlacht? Bibliothek 1.0 vs. Bibliothek 2.0?

In diesem Zusammenhang muss ich unweigerlich an das Manifest der Bibliothekar_in 2.0 denken. Für mich liegt das Problem nicht auf der technischen Seite sondern in den Köpfen. Die Technik ist bereits entwickelt, die Köpfe finden sich in allen Bibliotheken. Jetzt muss nur noch die Technik in die Köpfe. Sinnbildlich gesprochen.

Ich erkenne, dass das Universum der Informationskultur sich schnell ändert und dass Bibliotheken auf diese Änderungen positiv reagieren müssen, um Ressourcen und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen, die Benutzer_innen benötigen und wünschen.

Wer muss sich auf wen einstellen? Bibliotheken vs. Nutzer_innen!

  • Müssen sich die Nutzer_innen auf die Bibliothek einstellen?
  • Müssen sich die Bibliotheken auf die Nutzer_innen einstellen

Die Frage kann ich mir nur ganz pragmatisch beantworten. Viele Nutzer_innen haben DSL. Die meisten kennen Google, Wikipedia, Foren, Communities. Viele Nutzer_innen gehen aber auch in die Bibliothek, zumindestens wenn wir dem Fakt glauben wollen, dass die Bibliotheken in Berlin die am meisten genutzt Kultureinrichtung ist. Diese zwei Lebenswelten lassen sich nicht voneinander trennen. Sie gehören zusammen.

Die Bibliotheken müssen sich auf die Nutzer_innen einstellen, da sie für ihren Informationsbedarf zuständig sind. Die Nutzer_innen müssen auf die Bibliothek zugehen, wenn sie brauchbare und umfassende Informationen haben wollen. Web 2.0, so hieß es hier eben, heißt sich sozial zu vernetzen. Wie wäre es, wenn sich Mitarbeiter_innen und Nutzer_innen sozial vernetzen würden und sie voneinander lernen?

Gerade gehört: ein Beschwerdebuch. Nutzer_innen können ein Kommentar zu einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Dienstleistung hinterlassen und die Mitarbeiter_innen müssen darauf reagieren. Leider kenne ich den Link nicht zum Weblog :-(

…und dann ist es mit der Diskussion auch schon wieder vorbei.

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Genderbibliothek @ Bibcamp 2008

Ich sitze gerade neben Danilo auf der Bibcamp Unkonferenz und derzeitig sind wir bei der Themenfindung und bei der Vorstellungsrunde angekommen. Die Genderbibliothek und ihre gesammelten Web 2.0 Angebote (Weblog, Librarything) habe ich in den Bibcamp-Themenpool geschmissen. Bin gespannt, ob wir morgen die Möglichkeit haben das Thema “Genderbibliothek 2.0″ besprechen können.

Ich bin darüber hinaus sehr überrascht, dass die Teilnehmer_innen ihre Projekte vorstellen, die sie nicht unbedingt vorbereitet haben. Ich hatte auch nicht daran gedacht die Genderbibliothek so direkt vorzustellen. Aber irgendwie war mir danach.

Ich habe die ersten Bilder auf Flickr hochgeladen. Sind auch in der Navigationsleiste des Weblogs verlinkt.

Bibcamp – heute geht es los

Heute startet das Bibcamp in Potsdam und Berlin. Ich bin ganz ehrlich gespannt was uns erwarten wird.

Wer es genau wissen will, was uns widerfährt kann ja bei meinem Twitter Account reinschauen. Sollte es technisch möglich sein, werde ich dort und hier im Blog über Aktuelles und Interessantes berichten.

Open Access für Studierende in Österreich

Via Infobib… Vier Studierende der Uni Wien, die im Jahr 2001 auszogen um eine Internet-Plattform für Web-Publikationen zu etablieren: textfeld.ac.at.

Ziel ist und war es Studienarbeiten für alle im Internet zugänglich zu machen. Darüber hinaus wurde aber auch eine Möglich geschaffen für Studierende, Jungforscher_innen und allen anderen Interessierte Publikationserfahrung zu sammeln.

Die Grundsätze von Textfeld sind denkbar einfach und folgen dem Gedanken des Open Access:

Offenheit: Die Website sollte möglichst vielen das Veröffentlichen ermöglichen. Auch studentische Abschlussarbeiten, die sonst keine Publizität finden würden, bekommen eine Chance.

Einfachheit: Veröffentlichen im Internet soll nicht nur jenen mit speziellen Fachkenntnissen vorbehalten sein. Auch die technischen Laien sollen Zugang zu Informationstechnologien haben.

Freier Zugang: Der Erwerb von Wissen sollte nicht von den finanziellen Mitteln abhängig sein. Der kostenlose Zugriff auf die Informationen soll für alle Benutzer und Benutzerinnen der Website gewährleistet sein. (Quelle: textfeld.ac.at)

Ein Beispiel über die Wirksamkeit des Open Access für Studierende exemplarisch an einer Arbeit:

Auf diese Weise erhält eine Arbeit z.B. über den “die demokratischen Potentiale von Wegblogs” mit momentan fast 300 Downloads doch eine beachtliche Aufmerksamkeit, die ihr ohne Textfeld wohl nicht zuteil geworden wäre. (Quelle: Infobib)

http://textfeld.ac.at/text/872/

textfeld.ac.at | WISSEN:VERNETZEN:PUBLIZIEREN via kwout

Erinnerst sei an dieser Stelle an die Hausarbeitensammlung in den Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ein Projekt, dass es im Gegensatz zu Textfeld nur in die Weiten der Internet-Bedeutungslosigkeit geschafft hat.

Wie passend…

Habe ich gerade bei Netzlernen gefunden. Das tolle an dieser Karrikatur ist, dass sie auf ein Problem aufmerksam macht und gleich die Lösung präsentiert:

  1. Problem: Die Angst vor Web- oder Lernplattformen ist sehr groß. Auch ganz ohne praktische Erfahrungen (kommt immer wieder vor!) wird der Umgang mit dieser Art des Webs als umständlich und unpraktikabel bezeichnet.
  2. Lösung: Die Erfahrung zeigt immer wieder, dass der Sprung ins kalte Wasser oft wärmer ist als am Anfang vermutet und dass Übung und Gewöhnung die Meister_in macht. Wer nichts wagt, kann nichts gewinnen. Also ran an die Tastaturen, denn alle Lösungen zum Problem “Lernplattformen” finden sich im Netz ;-)

Ganz einfach – 24 x Webstandarts

Der Dezember zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es viele verschiedene Ausprägungen von Adventskalendern gibt. sAn & cArlchen machen zum Beispiel jeden Tag ein Türchen mit verschiedenem Inhalt auf – die Flickenfamilie hat jeden Tag ein neues Bild zu bieten. Und ich kommentiere :)

Heute im vierten Türchen bei sAn&cArlchen:

Der Webkrauts Adventskalender: “Webstandarts für ein besseres Web” 

Jeden Tag gibt es hier einfach beschriebene Webstandarts zum mitlesen und kommentieren. Eine wirklich gelungen Aktion!

be prepared! – in plain english

Lee und Sachi LeFever sind umwerfend. Das Wort “plain” in ihren Beschreibungen “whatever in plain english” bedeutet nicht nur, dass es einfach mit Worten erklärt wird. Die Erklärung erfolgt interaktiv:

  • welches Problem gibt es? (Zombies, Informationsflut, Informationsmanagment…)
  • wie kann ich das Problem lösen? (Äxte, RSS-Reader, Wikis…)

Darüber hinaus wird die komplette Erklärung mit einfachen Bildern begleitet, die sich unweigerlich ins Gedächtnis brennen. Das tolle an der CommonCraft Show

  • Bilder (es gibt verschiedene Lerntypen)
  • einfach (ein verständlicher Einstieg – kein Handbuch)
  • kurz (denn Zeit ist Geld)
  • witzig (du lachst sicher auch gerne!)
  • Problem – Lösung
  • Toll!

Bei Danilola gefunden: Blogs in plain english.

Darüber hinaus: Zombies

Jeden Tag kostenlose Musik?!


Arrial – For the Love: Marpaksses

Gerade beim neuen Ehrensenf gesehen: auf “Free Albums Galore” kannst sich die geneigte Musikliebhaber_in, die gerne auf existenzgefährdende Strafen der Musikindustrie verzichtet, sehr viel Musik hören und downloaden.

Das habe ich gleich mal probiert und bin nach langem mal wieder auf THINNER/AUTOPLATE NETLABEL FOR VERSATILE ELECTRONIC MUSIC gestoßen.

Warum die Macher_innen dieses Blogs soviel Musik sammeln ist einfach:

Three reasons:
1. I love music.
2. I love to write.
3. I want to educate people about all the great independent music on the internet that may be overlooked otherwise.
(Quelle: Free Albums Galore/ FAQ)

Den Hinweis zum Einbinden der Audiodatei in den Blogbeitrag gabs hier: Senioren, Computer, Internet – Weblog zur Ergänzung von Angeboten bei Senioren-Lernen-Online

Weblog = aktuelle Internetseite

So richtig läuft es noch nicht. Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach:

  • Ein Weblog ist eine aktuelle Internetseite + X
  • X = Diese Internetseite verfügt über ein Management System
  • Management System = Administrationsoberfläche für alle die sich nicht stundenlang mit HTML-Editor_innen rumschlagen wollen
  • Aktualität = heißt, dass die Nutzer_innen die deine Seite benutzen damit rechnen können, etwas neues zu erfahren

Zusammengefasst würde ich sagen, dass ein Weblog (den mensch sich bei WordPress.vom schnell und problemlos einrichten kann) eine aktuelle Internetseite ist, die ohne großen Aufwand gepflegt werden kann.

So richtig habe ich noch nicht rausgefunde, wo bei den Skeptiker_innen das Problem liegt. Weil über die oben genannten Vorteile hält ein Weblog noch einiges mehr bereit:

  • Kommentare: Nutzer_innen können sich selber einbringen (z.B. “schöner Beitrag” oder “Du hast vergessen die Referenz anzugeben – bitte nachholen”)
  • Abonnement: Mit Hilfe eines Emailprogramms oder einem Feedreader lassen sich die Neuigkeiten per RSS wie ein Zeitungsabo ins Haus holen.
  • Vernetzung: Wenn ich meinem Beitrag über einen anderen Beitrag schreibe, dass erscheint das in den Kommentaren der anderen Seite. Das würde ich mal oberflächliche Vernetzung nennen
  • Blogroll: Verlinke die wichtigen Blogs in deinem Blogroll. Die anderen Blogs werden automatisch benachrichtigt. Das wäre dann tiefergehende Vernetzung

Ich warte und ich hoffe. Auf das es mehr Frauen und Männer gibt, die die Vorzüge von Weblogs erkennen und lieben lernen.